Aarau

Mit einem neuen Präsidenten: Die Keba startet einmal mehr durch

Keba-Präsident Daniel Lüscher (l.) und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker.

Seit Donnerstag hat die Betriebsgesellschaft der Aarauer Kunsteisbahn mit Daniel Lüscher einen neuen Präsidenten.

Die Saison in der Halle ist gut gestartet. Die unmittelbaren Finanzprobleme sind weniger gross, als die Formulierungen im Jahresbericht andeuteten. Und vor allem: Seit gestern hat der Verwaltungsrat der Betriebsgesellschaft «Keba Region Aarau AG» in der Person von Daniel Lüscher wieder einen Präsidenten.

Aber: Das Problem mit den Bewilligungen ist nicht vom Tisch. Ab heute liegen in der Standortgemeinde Suhr wieder drei Baugesuche auf. Es geht um die Betriebszeiten der Eis- und Fussballfelder sowie der Kühlanlagen. Aufgelegt sind die dreifach ergänzten Lärmgutachten.

«Unser Ziel besteht nach wie vor darin, wieder die längeren Betriebszeiten zu haben, wie wir sie vor der Sanierung hatten», erklärt Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Eine erstinstanzliche Bewilligung durch den Gemeinderat Suhr wird im kommenden Frühling erwartet. Trifft sie bis im April 2021 nicht ein, gibts erneut ganz grosse Probleme.

Es geht um zusätzliche Beiträge von voraussichtlich 20'000 Franken

Die Ausgangslage: Die Kunsteisbahn Aarau (Keba) ist im November 2016 nach einer Totalsanierung (budgetierter Preis 20,7 Millionen Franken) wieder in Betrieb genommen worden. Das Gebäude gehört der Stadt Aarau (sie war auch Bauherrin). Betrieben wird die Anlage von der «Keba Region Aarau AG», einer Aktiengesellschaft, an der die Gemeinden Aarau (75 %), Suhr (15 %) und Buchs (10 %) beteiligt sind.

Die «Keba Region Aarau AG» zahlt der Stadt theoretisch einen Mietzins. Sie ist aber – auch ohne Amortisation – nicht selbsttragend: Seit Jahrzehnten wird der Keba-Betrieb von neun Gemeinden mit jährlich insgesamt 80 000 Franken direkt unterstützt (die Gemeinden zahlen indirekt noch total 115'000 Franken für die Eintritte ihrer Schüler).

Im Frühling drohte der schwach kapitalisierten «Keba Region Aarau AG» das Geld auszugehen – weil sie seit der Wiedereröffnung wegen einer falschen Einstellung der Anlage viel zu hohe Energiekosten hatte. Der Gebäudebesitzer, die Stadt, sprang helfend ein und stellte 60 000 Franken zur Verfügung. Einen Teil davon hofft Aarau vom Generalunternehmer (damals Priora) zurückzubekommen.

Diese Finanzspritze allein genügt mittelfristig aber nicht: Die «Keba Region Aarau AG» hat auch ein strukturelles Problem: Sie benötigt wiederkehrend zusätzliche Mittel. Darum soll der Beitrag der Gemeinden von 80'000 voraussichtlich auf 100'000 Franken erhöht werden. Die Verhandlungen sind im Gange.

Erst jetzt sind fast alle Garantiearbeiten abgeschlossen

Technisch läuft der Betrieb heute, drei Jahren nach der Inbetriebnahme, einigermassen gut. Das heisst: Nach den Massnahmen der letzten Monate wird der Energieverbrauch kaum mehr weiter reduziert werden können. Und die Garantiearbeiten seien, so Stadtpräsident Hilfiker, weitgehend ausgeführt.

In der nächsten Woche will der Stadtrat die Bauabrechnung genehmigen. Die Verantwortlichen hatten bisher stets versichert, es werde keine bösen Überraschungen geben. Die «Keba Region Aarau AG» erwirtschaftete letztes Jahr mit der Schlittschuhvermietung etwa einen Drittel mehr Umsatz als mit den Eintritten (Letztere entsprechen etwa dem Businessplan von 2010).

Von grosser Bedeutung sind auch die Einnahmen von den Vereinen: Die Hockeyaner (Argovia Stars) und der Eislauf-Club steuern um die 200 000 Franken bei. Der Beitrag der Argovia Stars (siehe Kontext) dürfte leicht sinken, weil am 18. November das neu überdachte Eisfeld im Tägi Wettingen eröffnet wird. Es ist eine Konkurrenz zur Keba.

Wichtig ist jetzt eine baldige definitive Betriebsbewilligung

Alles entscheidend für die «Keba Region Aarau AG» ist der möglichst baldige Erhalt einer definitiven, grosszügigeren Betriebsbewilligung. Sollte der Gemeinderat Suhr bis im April 2021 keinen erstinstanzlichen Entscheid fällen, bräuchte es eine zweite provisorische Bewilligung – oder die Halle könnte im August 2021 nicht wiedereröffnet werden.

Der Verwaltungsrat der «Keba Region Aarau AG» tagte gestern Morgen um 7.30 Uhr. Er wählte sein neues Mitglied Daniel Lüscher zum Präsidenten. Lüscher ist in der Region bekannt als im Juni abgetretener Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg.

Er war als Schüler und Jugendlicher ein begeisterter Hockeyaner, spielte in den Siebzigerjahren beim damaligen SC Aarau und wechselte dann zu den Oltner Elitejunioren (NLA). Jetzt ist er daran, sich nach ersten Gesprächen vertieft mit der «Keba Region Aarau AG» vertraut zu machen. Nicht direkt involviert ist Lüscher in die Verhandlungen im Zusammenhang mit den Baugesuchen. Im Verwaltungsrat ist Hanspeter Hilfiker dafür zuständig.

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