Viele Gemeinden bieten ihren Bürgern Rabatte für Billette des öffentlichen Verkehrs. Die meisten verkaufen SBB-Tageskarten, die auf der Kanzlei deutlich günstiger zu haben sind, als am Automaten beim Bahnhof. Die Idee dahinter: Eine ökologischere Mobilität fördern. Biberstein hat eine andere Form der Subventionierung gewählt: «Umweltschutzrabatt» nennt die Gemeinde die Vergünstigung, die sie ihren Bürgern mit GA oder Jahresabonnement, in denen der Bus nach Aarau enthalten ist, bezahlt.

Gemeindeschreiber Stephan Kopp sagt: «So unterstützen wir nicht die Tagesausflügler, sondern die regelmässigen Nutzer des öffentlichen Verkehrs.» Das ist - wie der Name sagt - gut für die Umwelt. Laut Kopp gibt es auch einen positiven Nebeneffekt für die Gemeinde: «Wird der öV genutzt, stärken wir die AAR-Linie und können den Viertelstundentakt nach Aarau beibehalten.» Das dürfte auch der Attraktivität zuträglich sein: Gute Busverbindungen und womöglich sogar weniger Verkehr im Dorf sind gute Argumente um Zuzüger anzulocken.

Jetzt hat der Bibersteiner Gemeinderat für das Budget 2014 beschlossen, den Umweltschutzrabatt für Erwachsene von 100 Franken auf 150 Franken und für Jugendliche von bisher 75 auf 125 Franken anzuheben. Genehmigt die Gemeindeversammlung den Voranschlag, gilt dies ab Januar. Den Rabatt bekommt bar ausbezahlt, wer seine Kaufquittung am Schalter der Gemeindekanzlei vorzeigt.

Bei Jahresabos, die nur für das Busnetz der AAR Bus + Bahn gelten, wird der Rabatt bereits bei der Verkaufsstelle abgezogen. Das Angebot wird derzeit rege genutzt: «Durch den Aufruf auf der Homepage und in den Gemeindenachrichten hat das Interesse sprunghaft zugenommen», sagt Kopp. Profitierten im letzten Jahr nur gut 20 Bibersteiner vom Umweltschutzrabatt, hätten im laufenden Jahr bereits über 30 das Angebot in Anspruch genommen. Kopp rechnet damit, dass sich die Zahl bis Ende Jahr auf gut 40 erhöhen wird.

Tageskarte nicht billliger

Die Rabatt-Erhöhung begründet der Gemeinderat mit der Teuerung: «Seit der Einführung des Rabatts 2004 ist er gleich hoch geblieben, obwohl die Abos jedes Jahr teurer wurden», sagt Kopp. Auch wenn die Gemeinde den Umweltschutzrabatt erhöhen will, kommt er sie nicht teurer zu stehen als die Tageskarten: Die Anschaffungskosten pro SBB-Karte lagen 2013 bei 12 900 Franken pro Jahr. Dazu kommt der personelle Aufwand mit den Reservationen und dem Aushändigen der Karten - macht jährliche Auslagen von gegen 30 000 Franken. Um diese zu decken, müssten beide Karten täglich für mindestens 40 Franken herausgegeben werden können. «Das wäre bei knapp 1500 Einwohnern ein Ding der Unmöglichkeit», sagt Kopp. Die Auslagen für den Umweltschutzrabatt belaufen sich 2013 bislang auf rund 6000 Franken.