Kolumne

Mit Dara Masi auf Parkplatzsuche in Aarau

Wenige Parkplätze und alle sind schon von Autos besetzt: Dara Masi auf der Suche nach einem Parkplatz in Aarau.

Wenige Parkplätze und alle sind schon von Autos besetzt: Dara Masi auf der Suche nach einem Parkplatz in Aarau.

Die 24-Jährige ist in Suhr aufgewachsen und wohnt jetzt in Aarau. Sie ist Moderatorin von Virgin Radio Switzerland. In ihrer Kolumne «In der Altstadt» schreibt sie über die schwierige Suche nach einem Parkplatz in Aarau.

«Verfluchte Stadt! So ein Mist ey!», schimpfe ich vor mich hin, während der Löli vor mir sich am Ziegelrain an seiner wahrscheinlich ersten Berganfahrt versucht. Seit 25 Minuten kurve ich durch die Aarauer Strassen, auf der Suche nach einem Parkplatz. Erfolglos.

Es ist 15 Uhr, ich habe eine üble Grippe, immer mal wieder einen Fieberschub, der mich einfach zum Heulen bringt. Ja, die Süditalienerin in mir wird gerade wieder dramatisch, und ich gebe es zu, wenn ich krank bin, kann ich jammern wie ein Mann mit Männergrippe. Aber im Moment ist auch alles bescheuert.

Ich habe eigentlich Feierabend, für die nächsten Tage habe ich mich krank gemeldet. Bevor ich endlich ins Bett fallen kann, mache ich einen Zwischenhalt am Bahnhof Aarau, brauche noch NeoCitran und Nastüechli. Direkt vor der Apotheke hat es natürlich keinen freien Parkplatz. Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit gewartet und vergebens gehofft habe, dass eine Frau ihre Zigarette endlich fertig raucht, ins Auto steigt und mir ihren Parkplatz überlässt, gebe ich auf und versuche es beim Kurzparking am Bahnhof. Ein Witz. Wenn man einmal dort durchgefahren ist und nichts frei war, gibt es nur noch einen Weg; wieder raus aus dem Parkhaus, eine Runde durch die ganze Stadt. Wieder ein Löli vor mir, wieder ein Fluchwort, das mir rausrutscht, wieder ein Fieberschub.

Zweimal drehe ich diese Runde, beim dritten Mal klappt es endlich. Kurz einen Blick in den Rückspiegel, hui! Hoffentlich treffe ich jetzt niemanden, den ich kenne, dieses Häuflein Elend möchte ich echt keinem antun.

Schnell raus und rein in die Apotheke, die Schlange kommt mir ewig lange vor, die Medikamente unverschämt teuer. Aber ich bin glücklich, dass ich mich nun endlich auf den Weg nach Hause machen kann. Zu Fuss oder mit dem Velo wäre das alles viel einfacher gewesen, denke ich noch. Bei meinem Auto angekommen steht sie, die freundlichste Polizistin ever, die gerade meine Autonummer notiert. Logisch habe ich vergessen, den Parkplatz zu bezahlen. Ok, ein wenig habe ich auch gedacht, das kontrolliere eh niemand.

«Machen Sie ruhig, schlimmer kann es eh nicht mehr werden», schluchze ich, während sich der nächste Fieberschub anbahnt. Die Polizistin entschuldigt sich, als sie mir die Busse überreicht. Rührend!

Ich sollte mir wirklich einen Parkplatz beschaffen ... Als ich in der Nähe meiner Wohnung wieder nichts finde, stelle ich mein Auto ins Flösserparkhaus (und bezahle nach drei Tagen Grippe 80 Franken). «Verfluchte Stadt, verfluchte Parksituation hier!», maule ich, als ich mich endlich in meine Bettdecke wickle. Ich überlege mir noch, dass ich mich über dieses Problem wahrscheinlich in meiner nächsten Kolumne beschweren werde. Und während ich hier zu Ende schreibe, erinnere ich mich an meine allererste Kolumne, in welcher ich mich über Leute aufrege, die keine grösseren Probleme haben als den Bus in der Aarauer Altstadt.

Oje, so weit bin ich also schon.

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