Sina Stocker sitzt zu Hause am Küchentisch in Aarau. Vor ihr liegt ihr erster eigener Fantasy-Roman, «Nightfall», den die heute 17-Jährige vor einem Jahr geschrieben hat. «Eigentlich habe ich nie daran gedacht, ein Buch zu schreiben», erzählt die Frau, die in der Zentralbibliothek Zürich (ZB) eine Ausbildung als Fachfrau für Information und Dokumentation macht.

Das Schreiben sei für sie eigentlich eher ein Hobby gewesen, das sie gerne ausgeübt habe. Vor drei Jahren kam ihr dann die Idee zu einer Geschichte, bei der die Hauptprotagonistin in einen Vampir verwandelt wurde und sich in einer neuen Welt zurechtfinden muss.

Mehr als zwei Jahre lang schrieb die 17-Jährige an ihrem Werk, anfangs eher noch unregelmässig, mit der Zeit dann auch nach Plan. «Wenn ich das Schreiben mal einen Monat vergessen habe, war es schwieriger, den Wiedereinstieg in die Geschichte zu finden, daher hab ich angefangen, mir ungefähre Tagesziele zu stecken.»

Ihr angepeiltes Ziel lag bei 250 Wörtern pro Tag. Das disziplinierte Arbeiten zahlte sich aus: Im Alter von 16 Jahren hatte Stocker ein 1000-seitiges Manuskript über die Vampirwelt geschrieben.

Hilfe dabei fand sie auch in Foren: «Einen Teil der Geschichte hab ich dort publiziert, andere Mitglieder halfen mir dann bei der Weiterentwicklung.» Teilweise sei es schwierig gewesen, den Lesern den Handlungsstrang logisch zu erzählen.

Da diese ja im Gegensatz zu ihr nicht von Anfang an alle Aspekte der Geschichte kennen würden. Auch ihr Vater war überrascht über den Seitenumfang, den seine Tochter zustande gebracht hatte: «Man sah Sina zwar immer schreibend am Laptop, dass wir hier von 1000 Seiten sprechen war mir aber erst bewusst, als sie mich bat, ihren Entwurf im Büro auszudrucken.»

1000 Seiten langes Manuskript

«Ich dachte mir dann, es wäre schon noch cool, wenn aus der Geschichte ein wirkliches Buch werden würde», so Stocker. Sie entschied sich, das Manuskript an einige Verlage zu schicken, diese entpuppten sich jedoch allesamt als nicht wirklich seriös.

«Zwei Wochen nach Einsendung erhielt ich von den meisten Verlagen eine positive Antwort auf mein Manuskript, allerdings auch eine Offerte mit den Kosten für die Veröffentlichung.»

Nach längerer Suche kam Stocker zum Vicon-Verlag. Mit Unterstützung ihres Hauptsponsors «Kulturdünger» wurde aus ihrem 1000 Seiten langen Manuskript eine Trilogie. Der erste Band «Nightfall» ist heute erschienen.

Sina Stocker fände es toll, zu einem späteren Zeitpunkt hauptberuflich als Autorin zu arbeiten. «Zuerst möchte ich aber meine Ausbildung absolvieren und arbeiten. Auch der Journalismus würde mich reizen. Grundsätzlich möchte ich einfach schreiben.»

Mittlerweile arbeitet die junge Frau schon an ihrer nächsten Geschichte. Auch diese spielt sich wieder in einer Fantasie-Welt ab, diesmal liegt der Fokus auf dem Leben nach dem Tod.

Buchvernissage zu «Nightfall» heute um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Aarau.