Einweihung

«Mir alli möchted de Gmeind Suhr für de schöni Chindsgi danke»

Die Einweihung des Kindergartens Schützenweg war eine gelungene Show der Kleinsten.

Der Duft wehte vom Pizzawagen her schon durch halb Suhr und kündete das Fest an: Am Schützenweg wurde der neue Dreifachkindergarten eingeweiht. Der Kredit dafür – 2,375 Mio. Franken – war von der Gmeind im November 2017 genehmigt worden. Es ist ein eingeschossiger, einfacher, aber stilvoller Holzbau mit Flachdach und Wärmepumpeheizung geworden, für den das Publikum bei der Einweihung nur lobende Worte fand.

Noch siehts rundherum etwas kahl aus, und vor allem auf dem grossen, naturnahen Spielplatz sind zwar viele Spielgeräte (inklusive Wasserpumpe) zu finden, aber keinerlei Schatten. «Das kommt noch», sagt Gemeindepräsident Marco Genoni am Rande der Veranstaltung. «Wichtig war, dass der Kindergarten zum Start des Schuljahres fertig wurde.»

«Es macht uns Freude, so etwas zu bauen»

Die Erwachsenen meinten es ernst mit der Ankündigung, die Einweihung am Samstag sei «ein Fest der Kinder»: Die Kindergärtler durften durchs Programm führen. Es braucht Mut, vor so vielen Leuten ans Mikrofon zu treten, aber alle erledigten ihre Aufgabe souverän und mit so viel Charme wie Ernsthaftigkeit.

Der Ausländeranteil ist hoch in dieser Ecke Suhrs, und diese Diversität wurde gewürdigt: Die Kindergärtler durften, eine nach dem anderen, ans Mikrofon treten, und das Publikum in ihrer Muttersprache begrüssen. Albanisch, Italienisch, Spanisch, Hochdeutsch, Türkisch und einiges mehr war zu hören, und der Stolz auf den Gesichtern der Eltern deutlich zu sehen. Auf Schweizerdeutsch sagte dann ein Mädchen: «Mir alli möchted de Gmeind Suhr für de schöni Chindsgi danke – und jezt redt de Gmeindspräsident.»

So herzig wurde Marco Genoni bestimmt noch nie angekündigt. Er hielt sich kurz in seiner Rede. Am meisten interessiert haben dürfte die Kinder, dass gleich neben dem neuen Kindergarten, wo es jetzt noch ausschaue wie auf einem Abenteuerspielplatz – also recht verwildert – bald ein Neubau entstehen werde. Hier plant das «Töpferhaus» ein Gebäude mit Wohnungen und mit Backstube für die «Bachfische». «Ihr kriegt also eine süsse Nachbarschaft», so Genoni. Auch ein halböffentliches Café sei geplant, und zum Kindergarten hin ein schöner Begegnungsplatz.

Architekt Tobias Stauber – vom seit vielen Jahren in Suhr ansässigen Büro Leutwyler und Sandmeier Architekten – erklärte den Kindern, dass der neue Kindergarten in rund 120 Arbeitstagen respektive «gewaltigen» 14900 Arbeitsstunden erstellt worden sei. «Es macht uns Freude, so etwas zu bauen», sagte er.

Nach dem offiziellen Teil durften die Erwachsenen für einmal das Stoppschild am Eingang – versehen mit dem Hinweis «Ich bin schon gross, ab hier gehe ich alleine» – ignorieren und sich den neuen Kindergarten von innen ansehen. (nro)

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