«Die Milch ist das Sorgenkind von uns Bauern», sagt Roland Nussbaum vom Aemethof oberhalb Densbüren. Der Milchmarkt ist gesättigt. Doch auf den Hügeln rund um Densbüren hat es Wiesen und Weiden, keine Äcker. «Das Land ist für nichts besser geeignet als für Milchwirtschaft», sagt Nussbaum.

Was also tun? Er fand Kollegen, die das Wagnis eingingen, einen Teil der Milch zu Käse zu verarbeiten. Schon seit vier Jahren reift der Halbhartkäse im Felsenkeller in Densbüren im Staffeleggtal. Und nun haben Paul Frey aus Asp, Arno Wernle aus Herznach und Roland Nussbaum aus Densbüren vor kurzem die Firma Jurapark-Käse GmbH gegründet.

Käse mit zartem Schmelz

Da im Fricktal die Käserei wenig Tradition hat, schufen die drei Milchbauern einen Käse nach eigener Rezeptur. Der Juraparkkäse ist mild, hat einen zarten Schmelz.

Einmal monatlich fährt ein Milchlaster mit Milch aus Herznach und Asp in Richtung Kaltbach, wo aus dieser Milch der Juraparkkäse hergestellt wird. Pro Produktion entstehen 150 bis 180 Laibe.

Diese ruhen anschliessend 48 Stunden im Salzbad und kommen dann als «grüner» Käse nach Densbüren in den Felsenkeller. Dort werden sie rund drei Monate lang täglich von Hand mit einer Salzlösung gewaschen, gewendet und umgeschichtet.

Neben der sorgfältigen Handarbeit sind die gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend für den typisch würzig milden Geschmack.

«Dieses Jahr werden wir rund 100 000 Liter Milch verkäsen. Das gibt rund 1500 Laib Käse», sagt Paul Frey. Der Jurapark-Käse wird in den Läden der Region und in über hundert Coop-Filialen vertrieben. Viele Restaurants in der Umgebung schätzen den Käse.

Mit der steigenden Nachfrage und der entsprechenden Produktion ist es für die drei Bauern wichtig, das finanzielle Risiko im Griff zu behalten. Frey betont: «Der Erfolg motiviert uns, die Käseproduktion stetig auszubauen.

Aus diesem Grund haben wir auch entschieden, das Projekt mit der Rechtsform einer GmbH abzusichern». Der Käse kommt beim Konsumenten gut an. «Vor zwei Jahren hat der Juraparkkäse am Wettbewerb der Schweizer Regionalprodukte eine Silbermedaille gewonnen», erzählt Wernli.

Gemeinsam geht es besser

Seit Februar 2013 produziert Aemethofbauer Roland Nussbaum nicht nur Käse, sondern auch aus Biogas Strom. Und auf dem Scheunendach glänzen die Module einer Photovoltaik-Anlage, welche die IBAarau betreibt.

Er gründete mit anderen Landwirten Betriebsgemeinschaften. Diese ermöglichen es den Landwirten, ihre Ressourcen und Kompetenzen effizient und ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend einzusetzen.

Maschinen und Betriebszweige wurden zusammengelegt und die BG Synfarms, die Synfarms Energie GmbH und die die Syntech GmbH gegründet. Nebst Nussbaum sind an den verschiedenen Unternehmungen in unterschiedlicher Zusammensetzung beteiligt: Bruno Ackle, Ueken, der eine Pferdepension mit Gruppenstall betreibt, Martin Hächler, Biberstein, und David Fankhauser, Herznach, der auf Tränkeautomaten spezialisiert ist.