Buchs

Migros-Pensionskasse verteidigt sich: «Die Securitas wurde nicht wegen Kinderlärm aufgeboten»

Die Siedlung Rösslimatte in Buchs

Die Siedlung Rösslimatte in Buchs

Weil abends in der Buchser Siedlung Rösslimatte Securitas-Angestellte patrouillieren, erhält die Liegenschaftsbesitzerin Migros-Pensionskasse sowohl Zuspruch als auch heftige Kritik. Dabei gehe es gar nicht um den Kinderlärm, sagt der Leiter Immobilien nun – sondern um die Jugendlichen und Erwachsenen, die «in Massen» herumhängen.

Sie haben die Securitas aufgeboten, um gegen Kinderlärm vorzugehen. Ist das nicht etwas übertrieben?

Reto Schär, Leiter Immobilien Migros-Pensionskasse: Die Reklamationen aus der Rösslimatte haben sich gehäuft, und alles Ermahnen von unserer Seite – etwa Briefe an alle Mieter und besonders an bekannte Lärmverursacher - hat nichts genützt. Wir können nicht einfach untätig bleiben. Aber: Die Securitas ist nicht wegen Kinderlärm aufgeboten worden, sondern wegen der Jugendlichen. Das wurde falsch verstanden. Wir finden den Securitas-Einsatz verhältnismässig.

Inwiefern sind die Jugendlichen ein Problem?
Abends kommen in der Rösslimatte immer häufiger grössere Gruppen von zehn bis fünfzehn Jugendlichen zusammen, die auf den öffentlichen Plätzen zwischen den Häusern Musik hören und dabei störend laut sind. Die Securitas ist von 20 bis 23 Uhr – der Polizeistunde der Gemeinde – unterwegs und spricht diese Gruppen an. Sie werden ermahnt, leise zu sein. Ein weiterer Grund für den Securitas-Einsatz sind Massenansammlungen von Erwachsenen und grösseren Kindern.

Es heisst, die Securitas schickt auch Kinder nach Hause, die abends draussen leise unterwegs sind. Und sie weise Anwohner zurecht, die auf ihrem Balkon zu laut sind.
Der Auftrag an die Securitas lautet ganz klar: Ansprechen der grösseren, lauten Gruppen auf öffentlichem Grund.

Es erstaunt, dass Sie nun Jugendliche als die Problemauslöser benennen. Viele Anwohner stören sich am Kindergeschrei tagsüber.
Das ist tatsächlich auch ein Punkt, der oft Reklamationen auslöst. Dagegen können wir aber nicht viel mehr unternehmen, als um gegenseitige Rücksichtnahme zu bitten. Kleine Kinder müssen raus zum Spielen und sind dabei laut.

Wie oft kommt es vor, dass Sie einen Sicherheitsdienst beauftragen müssen, um bei einer ihrer Wohnliegenschaften für Ordnung und Ruhe zu sorgen?
Nur sehr selten. Vermutlich akzentuiert aktuell auch die Coronakrise das Problem: Die Menschen sind zu Hause, können nicht in die Sommerferien. Das Bedürfnis nach Erholung kollidiert mit dem Bedürfnis der Kinder nach Spiel im Freien. 

Werden die Kosten für den Sicherheitsdienst als Nebenkosten auf die Mieter abgewälzt?
Nein. Das wäre auch nicht erlaubt. Die Kosten werden vollumfänglich durch die Migros-Pensionskasse getragen.

Dieses Schreiben hat die Migros-Pensionskasse an die Mieter der Rösslimatte geschickt.

Dieses Schreiben hat die Migros-Pensionskasse an die Mieter der Rösslimatte geschickt.

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