Aarau/Lenzburg
Migros, Coop, Bank – Wo die Löhne in der Region bald steigen

Eine Umfrage zeigt, welche Angestellten im Grossraum Aarau/Lenzburg von einer Lohnerhöhung profitieren und welche nicht.

Urs Helbling
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Wer gut arbeitet, bekommt bei Coop 0,5% mehr Lohn. Zum Beispiel in der Brotproduktion in Schafisheim.mario heller

Wer gut arbeitet, bekommt bei Coop 0,5% mehr Lohn. Zum Beispiel in der Brotproduktion in Schafisheim.mario heller

Mario Heller

Eine Momentaufnahme der Lohnentwicklung im Grossraum Aarau/Lenzburg. Eine Umfrage, die keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt. Die Ausgangslage ist für die allermeisten positiv: Das Bundesamt für Statistik erwartet für 2016 eine durchschnittliche Jahresteuerung von -0,4 Prozent. Wegen der Minusteuerung können sich alle etwas Zusätzliches leisten – auch wenn sie keine Lohnerhöhung erhalten. Doch bei einigen liegt etwas mehr drin als bei anderen.

Etwa bei den Banken. Besonders gut sieht es für die Angestellten der Hypothekarbank Lenzburg aus: «Trotz sehr anspruchsvollem Umfeld hat der Verwaltungsrat die Salärsumme auch in diesem Jahr um rund 1 % erhöht», schreibt CEO Marianne Wildi. «Von generellen Lohnerhöhungen wurde abgesehen, vereinzelt sind auch Nullrunden möglich.» Zusätzlich werde die Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden gesenkt, was einer Reallohnerhöhung von rund 1 % entspreche.

Bei der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg steigt die Lohnsumme um rund 0,75 % (individuelle Erhöhungen). Die Aargauische Kantonalbank erhöht die Lohnsumme übers ganze Jahr um 0,5 % (0,4 % individuell, 0,1 % für ausserordentliche Situationen im Laufe des 2017). Die NAB hat ihre Saläranpassungen noch nicht kommuniziert.

Die Migros Aare erhöht ihre Lohnsumme um 0,7 Prozent. Auch hier bekommt nicht jede Verkäuferin mehr: Die Anpassungen erfolgen individuell. Gut sieht es auch für die Angestellten der Migros-Produktionsbetriebe in Suhr, Buchs und Gränichen aus: «Die Lohnsumme der Mibelle Group wird für 2017 um 0,7 % erhöht», erklärt Sprecherin Nicole Thaler. Die Zuteilung erfolge auf individueller Basis. Bei Chocolat Frey gibt es dagegen eine generelle Lohnerhöhung: irgendwo zwischen 0,3 und 0,7 % (Höhe noch unbekannt). Keine konkrete Zahl nennt auch die Jowa, aber den Hinweis, die Erhöhungen erfolgten entsprechend der Leistungen der Mitarbeitenden.

Coop hebt landesweit die Lohnsumme um 0,5 % (individuelle Anpassungen). «Dies gilt auch für Mitarbeitenden in der Region Schafisheim/Hunzenschwil», sagt Sprecher Ramón Gander.

Möbel Pfister will sich nicht festlegen. «Es gibt jeweils individuelle Lohngespräche, die auf strukturellen und funktionellen Kriterien basieren», erklärt Sprecher Alfredo Schilirò.

Klar ist dagegen die Situation bei den Jura-Cement-Fabriken AG in Wildegg: Die Löhne werden nicht erhöht, aber es wird eine Sonderprämie von 500 Franken ausbezahlt. «Und ein bezahlter Vaterschaftsurlaub von 5 Tagen eingeführt», so HR-Chef Markus Renggli.

«Die Zehnder-Firmen in der Schweiz mussten sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation, den Marktaussichten unserer Industrie sowie aufgrund der hohen Personalkosten in der Schweiz für eine Nullrunde entschliessen», schreibt Isabelle Arnitz. Der Entscheid werde von der Personalvertretung mitgetragen. Er helfe, die Kostenunterschiede gegenüber den Nachbarländern nicht noch grösser zu machen.

In einer ähnlichen Situation sind die tausenden Angestellten des Kantons. Etwa die Lehrer. Sie bekommen keine Lohnerhöhung. Die Stadt Lenzburg erhöht die Lohnsumme um 0,6 % (individuell). In Aarau wird dem Volk ein Plus von 0,5 % beantragt (der Stadtrat entscheidet später, ob individuell oder generell). Bei AAR Bus+Bahn (BBA und WSB) gibts keine generelle Erhöhung, aber einzelne Anpassungen von Lohnbändern zur Steigerung der Arbeitsmarktattraktivität. Und wer befördert wird, bekommt mehr. Eine Nullrunde gibts für die reformierten Pfarrer und die Angestellten der kantonalen Landeskirchlichen Dienste.

Im Kantonsspital Aarau, einem der grössten Arbeitgeber der Region, gibts fast eine Nullrunde: Für individuelle Anpassungen steht einzig der Fluktuationsgewinn zur Verfügung. Bei Hirslanden wird im Frühling (Geschäftsabschluss per 1. April) über die Lohnsumme entschieden. Im Suhrer Krankenheim Lindenfeld gibts 0,75 % (individuell).