Aarau
Mieter der Erlinsbacher-Strasse hoffen auf Gnadenfrist

Bis im Herbst 2015 müssen rund 20 Anwohner der Erlinsbacherstrasse in Aarau ausziehen, weil ihre Häuser einer Überbauung der IBAarau weichen. Einzelne Mieter hoffen nun auf einen Aufschub.

Pascal Meier
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«Das tut weh»: Kathrin Maurer mit Sohn Fabian.

«Das tut weh»: Kathrin Maurer mit Sohn Fabian.

Pascal Meier

Kraftwerk und 120 Wohnungen

Die IBAarau wartet auf die Neukonzessionierung und plant die Erneuerung ihres Aarekraftwerks. Zu diesem Zweck müssen einzelnen Liegenschaften abgebrochen werden. Die IBA benötigt den Platz für Bauinstallationen. Diese Häuser stehen bereits leer. Gleichzeitig plant die IBAarau den gesamten Landstreifen zwischen Erlinsbacherstrasse und Aare bis hin zur Gemeinde zu Erlinsbach mit neuen Mietwohnungen zu überbauen. Eine Testplanung hat die Möglichkeiten einer Überbauung mit 120 Wohnungen aufgezeigt. (az)

Die Kehrseite der Medaille: Rund 20 Mieter müssen ihre Sachen packen und am 15. September 2015 ausziehen. «Es wird uns schwerfallen, diese Idylle zu verlassen», sagt Elvira Wittmer, die seit 21 Jahren mit ihrem Mann Robert hier an der Aare wohnt. «Zudem werden wir Menschen im Quartier auseinandergerissen.» Die ersten Mieter hätten ihre Koffer bereits gepackt.

Wohnung suchen oder warten?

Im Herbst 2015 ausziehen muss auch Kathrin Maurer mit ihren Söhnen Tobias und Fabian. «Das tut weh», sagt sie. Eine so schöne Wohnlage müsse man zuerst wieder finden. Trotz dieser Enttäuschung: Einen Groll gegen die IBAarau hegt die junge Mutter nicht. «Wir wurden vor zwei Jahren und damit früh über die Pläne informiert», sagt Kathrin Maurer. «Ich frage mich jedoch, ob sich die Aarauer Bevölkerung wirklich bewusst ist, was hier mit der Überbauung zerstört wird.» Es gehe viel Individualität verloren.

Obwohl das Auszugsdatum längst bekannt und der Abbruch der alten Häuser kaum zu verhindern ist, fühlt sich Kathrin Maurer verunsichert. «Wegen des grossen Widerstandes der Bevölkerung könnte sich der Zeitplan für den Abbruch stark verzögern.» Sie wisse deshalb nicht, ob sie jetzt schon eine Wohnung suchen soll.

Mehrere Anwohner haben deshalb der IBAarau Ende Juni einen Brief geschrieben und um eine Verlängerung der Mietdauer gebeten. «Wir hoffen, ein bis zwei Jahre länger hier bleiben zu können», sagt Elvira Wittmer. Die IBAarau habe den Bewohner eine Antwort bis im Herbst in Aussicht gestellt.