Stollensystem

Meyerschen Stollen droht Ungemach wegen des Neubau des WSB-Bahnhofs

Das Neubau-Projekt WSB-Bahnhof.

Das Neubau-Projekt WSB-Bahnhof.

Das Neubau-Projekt WSB-Bahnhof reicht aus Sicht der IG zu tief in den Untergrund hinab.

Die Hauptpost-Erweiterung hat das Stollensystem in zwei Hälften zerrissen: in einen Teil nach dem einstigen Fabrikgebäude mit dem Abflussstollen und weiteren, trockenen Stollen nördlich der Post und einen südlichen Teil, in dem das benötigte Wasser gesammelt wurde (Zuflussstollen).

Letzteren droht nun Gefahr durch das Projekt Bahnhof Süd, den gigantischen Neubau des WSB-Bahnhofs. Dass die angestrebte integrale Erhaltung der Stollen unter der Tiefgarage ein schwieriges Unterfangen werden dürfte, wurde bereits während des Gestaltungsplanverfahrens absehbar, weshalb das Stadtbauamt von der Bauherrschaft für das Baugesuch ein separates Konzept «Meyersche Stollen» verlangte.

Aber welche Überraschung, als das Baugesuch auflag! Nun zeigte sich nämlich, dass die Bauherrschaft rund einen halben Meter tiefer bauen will als im Gestaltungsplan vorgesehen. Für die IG Meyersche Stollen und andere Kenner der Situation war klar: Aus dem schwierigen würde so ein unmögliches Unterfangen werden. Andreas Zimmerli, bis vor wenigen Wochen Präsident der IG, sagt dazu: «Seit drei Jahren reichen wir immer wieder die gleichen Forderungen ein. Es geht immer um dasselbe Thema: Das zweite Untergeschoss und die Stollen sind einfach zu nahe beieinander.»

Die Bauauflage rief auch die Politik auf den Plan: Drei Einwohnerräte wandten sich mit einer Anfrage an den Stadtrat. In seiner Antwort teilte dieser mit, der Bauherrschaft sei klargemacht worden, dass das Baugesuch mit den vorliegenden Plänen nicht bewilligungsfähig sei. Die aufgeführten Konzepte müssten bereinigt und als Bestandteile der Baubewilligung aufgenommen werden. Im Weiteren prüfe das Stadtbauamt, für den südlichen Bereich des Stollensystems eine Zustandserhebung und einen Unterhaltsplan erarbeiten zu lassen, wie dies für den nördlichen Teil gemacht wurde.

Dass die Bewilligung eines Grossprojektes nicht auf Anhieb durchgehe, sei normal, sagt Gian Battista Castellani von der IG. Trotzdem: Den heutigen Entscheidungsträgern attestiert er, verglichen mit früheren, eine deutlich verbesserte Sensibilität. Die IG wolle genau das: die Sensibilität erhöhen und eine Art Beziehung schaffen auch zwischen der breiten Öffentlichkeit und den Stollen.

Der IG legte die Bauherrschaft laut Andreas Zimmerli im Frühjahr einen weiteren Zwischenstand vor. Ohne erkennbare merkliche Verbesserung des Projekts im kritischen Bereich. Darauf hat die IG noch einmal reagiert. Nun wird behördenseitig versucht, zusammen mit den Projektverfassern und der Bauherrschaft einem integralen Schutz der Meyerschen Stollen im Perimeter Bahnhof Süd Nachachtung zu verschaffen. (uw)

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