Aarau

Mehrere Kilo Sprengstoff verschwunden – Armee-Sprecher: «An so einen Fall kann ich mich nicht erinnern»

Bei einer Kontrolle von Munitionskisten in der Rekrutenschule in Aarau ist ein Verlust von mehreren Kilogramm Sprengstoff festgestellt worden. (Archivbild)

Bei einer Kontrolle von Munitionskisten in der Rekrutenschule in Aarau ist ein Verlust von mehreren Kilogramm Sprengstoff festgestellt worden. (Archivbild)

Die Schweizer Armee vermisst mehrere Kilogramm Sprengstoff. Diese sind in einer Infanterie-Rekrutenschule in Aarau verschwunden. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eingeleitet.

Die Schweizer Armee vermisst mehrere Kilogramm Sprengmittel. Das Militär hat das mutmassliche Verschwinden letzte Woche bei einer Kontrolle von Munitionskisten der Infanterie-Durchdiener-Rekrutenschule 14 in Aarau festgestellt. Das teilt das eidgenössische Departement für Verteidigung (VBS) am Montag in einem dürren Communiqué mit. 

Um wie viel Kilogramm es sich genau handelt? "Da gehen wir nicht ins Detail", sagt Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der az. Um was für Sprengstoff es sich handelt? "Das wissen wir noch nicht", antwortet er. Die Militärjustiz habe die Untersuchung des Sachverhalts umgehend eingeleitet. 

Explosiver Diebstahl in Aarauer Rekrutenschule

Explosiver Diebstahl in Aarauer Rekrutenschule

Die Armee vermisst mehrere Kilo Sprengstoff. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eingeleitet, bis jetzt ohne Erfolg.

"Alle Möglichkeiten offen"

Mutmassliches Verschwinden bedeutet in diesem Fall: Die Armee weiss gar nicht, ob der Sprengstoff tatsächlich verschwunden ist. "Alle Möglichkeiten sind offen", räumt Reist unumwunden ein. Es könne sein, dass ein Fehler beim Führen des Inventars vorliege. Es sei aber auch ein Verlust oder ein Diebstahl denkbar. Die Militärjustiz ermittle in alle Richtungen.

Wahrscheinlich sei es seit der letzten Kontrolle zum Verlust gekommen. Wann diese stattfand, lässt er offen. Gelagert waren die Munitionskisten mit dem Sprengstoff in einem Munitionsmagazin, zu dem nur speziell befugte Personen der Armee Zugang haben.

Sicher ist auch nicht, ob bei einem Diebstahl nur Angehörige der Schweizer Armee als Täter in Frage kommen. Dass Nicht-Armee-Angehörige den Sprengstoff gestohlen haben, sei "rein hypothetisch" möglich, sagt Reist.  

Klar ist dagegen: So ein Fall ist bei der Armee "sehr, sehr selten", wie Sprecher Reist sagt. Selbst ist er seit 21 Jahren in verschiedenen Positionen in der Armee-Kommunikation tätig. "An einen Fall in dieser Grössenordnung kann ich mich nicht erinnern",  hält er fest. 

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