Region Aarau

Mehr Wasserflächen im Winter: Das schlägt der Vorstand von «aarau regio» vor

Sportvereine wie der SC Aarefisch (im Bild Jill Huber) sind auf 50-Meter-Becken angewiesen. (Archiv)

Sportvereine wie der SC Aarefisch (im Bild Jill Huber) sind auf 50-Meter-Becken angewiesen. (Archiv)

Die Vernehmlassung zum regionalen Schwimmbadkonzept ist eröffnet. Es geht um mehrere Beschlüsse von «aarau regio».

Der Vorstand des Gemeindeverbands «aarau regio» hat das regionale Schwimmbadkonzept bei den 17 Verbandsgemeinden in die Vernehmlassung gegeben. Entwickelt hat das Konzept eine vom Vorstand eingesetzte Arbeitsgruppe unter der Leitung von Unterentfeldens Gemeindeammann Heinz Lüscher. Es ist das zweite Projekt, das der Verband realisiert. Das erste war das regionale Hochhauskonzept.

Der Vorstand von «aarau regio» hat mehrere Beschlüsse gefasst, zu denen die Verbandsgemeinden, zwölf Aargauer und fünf Solothurner Gemeinden, bis zum 1. März Stellung nehmen sollen. Im Wesentlichen schlägt der Vorstand folgendes Vorgehen vor:

  • Die Überdachung des Freibads Suhr-Buchs-Gränichen im Winter wird als regionale Aufgabe weiterverfolgt.
  • Der dreiteilige regionale Kostenschlüssel (mit Sockelbeitrag, Standortbeitrag und dem Beitrag aller Gemeinden entsprechend der Einwohnerzahl) wird weiterverfolgt. Bei der Ausführung des Traglufthalle-Projektes im Suhrer Freibad soll der Schlüssel testweise angewendet werden.
  • Bis Ende 2020 erarbeitet «aarau regio» eine Studie für die Realisierung eines regionalen Hallenbads. Geprüft werden sollen die Standortvarianten Hallenbad Entfelden, Hallenbad Telli und Neubau an einem noch zu bestimmenden Standort. Allenfalls sollen weitere Optionen offenbleiben.
  • Die Realisierung, die Erneuerung und der Betrieb von Freibädern dagegen sollen weiterhin Aufgabe der jeweiligen Standortgemeinde sein.

Fernziel regionales Hallenbad

Klar ist: Freibäder gibt es in der Region relativ viele. Im Winter aber besteht ein Mangel an Wasserflächen. Und Wassersport-Vereine, wie beispielsweise der äusserst aktive «Aarefisch», sind auf 50-Meter-Bahnen angewiesen. Das Konzept hat deshalb letztendlich zum Ziel, bis Ende 2020 die Frage zu beantworten, wo ein regionales Hallenbad gebaut werden könnte. Zu beantworten sind Fragen wie: Was ist das Bedürfnis? Wie gross muss das Bad sein? Wie wird es finanziert?

«Angesichts unserer Strukturen mit 17 Gemeinden», sagt dazu Heinz Lüscher, «war uns bewusst, dass wir innert dreier Jahre kein regionales Hallenbad realisieren können. Bei den demokratischen Abläufen, die eingehalten werden müssen, geht das nicht.»

Traglufthalle als schnelle Lösung

Die Arbeitsgruppe hat deshalb als schnelle Zwischenlösung die Idee einer Traglufthalle aufgenommen und dem Vorstand unterbreitet – mit Erfolg. Heinz Lüscher: «Man hat dann mit den Standort- und Betreibergemeinden (Suhr, Buchs, Gränichen) Kontakt aufgenommen und ist auch bei ihnen auf offene Ohren gestossen.» Die Halle soll jeweils im Winter das Schwimmbad überdachen, vor der Sommersaison soll sie jeweils abgebaut werden. Im Sommer würden Unterhaltsarbeiten ausgeführt. «Man geht von einer Lebensdauer von rund 15 Jahren und von Kosten in der Höhe von 4 Mio. Franken aus», sagt Heinz Lüscher. Der Vorstand setzt nun eine Arbeitsgruppe ein, die, zusammen mit den Standort- und Betreibergemeinden sowie mit weiteren Vertretern aus dem «aarau-regio»-Raum, das Thema weiterbearbeitet.

Den Standortgemeinden bleibt es überlassen, wie sie mit ihren Freibädern umgehen wollen. Bei der Erhebung der Bäder-Daten zeigte sich aber, dass es Koordinationsbedarf geben könnte, etwa in Sachen Fachpersonal. Angesprochen sind damit Themen wie Wasseraufbereitung, Vorschriften, IT-mässige Kassenlösungen. Das Ganze wurde vorläufig zurückgestellt. Der Vorstand, so Lüscher, werde es wohl zu gegebener Zeit nochmals den Gemeinden zur Vernehmlassung unterbreiten.

Kostenschlüssel für die Zukunft

Den zur Diskussion stehenden Kostenschlüssel bezeichnet Lüscher als «übersichtlich und nicht wahnsinnig kompliziert». Es gibt einen Beitrag nach Einwohnerzahl, einen Standortbeitrag, den allein die Standortgemeinden beisteuern, und einen Sockelbeitrag, der eine gewisse Solidarität in der Region berücksichtigen soll. Der Auftrag an die Arbeitsgruppe lautete, einen Finanzierungsschlüssel zu gestalten, der über das Schwimmbadkonzept hinaus auch für weitere regionale Projekte angewendet werden kann.

Die Prozentzahlen sind variabel. In der Präsentation, die letzte Woche Gemeindevertretern vorgelegt wurde, gibt es Modellrechnungen für drei verschiedene Fälle. Für den Neubau eines regionalen Hallenbads wurde eine Beispielrechnung präsentiert, bei welcher der Beitrag nach Einwohnerzahl 60 Prozent ausmacht, der Standortbeitrag 30 Prozent und der Sockelbeitrag 10 Prozent. Im Falle einer Erweiterung des Hallenbads Entfelden müssten nach der Beispielrechnung die Standortgemeinden 60 Prozent beisteuern, womit sich der Beitrag nach Einwohnerzahl auf 30 Prozent reduzieren würde. Im Fall Traglufthalle auferlegt die Beispielrechnung den Standort- beziehungsweise Betreibergemeinden Suhr, Buchs und Gränichen 50 Prozent der Kosten. Der Beitrag nach Einwohnerzahl, den alle Gemeinden einbringen, läge damit bei 40 Prozent.

Der Standortbeitrag soll höher oder niedriger ausfallen – je nachdem, ob die Standortgemeinde eher einen Vorteil aus dem Projekt zieht oder eher einen Nachteil in Kauf nehmen muss: Wenn das Projekt der Standortgemeinde beispielsweise deutlich mehr Verkehr beschert, kann das im Finanzierungsschlüssel berücksichtigt werden. Der Schlüssel ist, wie Lüscher einräumt, «sicher eine Knacknuss im Ganzen, die vom Vorstand im Anschluss an die Vernehmlassung diskutiert werden muss».

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