Aarau
Mehr Kunden für Läden in der Altstadt: «Sie ist der identitätsstiftende Nukleus»

Die Laufkundschaft muss in die Altstadt gelenkt werden. Dies fordert die Detaillisten-Vereinigung Zentrum von den Stadtplanern im Rahmen der Vernehmlassung zum Raumentwicklungs-Leitbild: «Die Altstadt ist identitätsstiftende Nukleus.»

Hubert Keller
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Die Detaillisten erwarten, dass die Anbindung von Innen- und Altstadt verstärkt wird.

Die Detaillisten erwarten, dass die Anbindung von Innen- und Altstadt verstärkt wird.

ALEX SPICHALE

«Wer in die Altstadt will, muss hingehen», sagte Marcel Suter. Was er damit meint: Die Altstadt hat keine natürliche Frequenz wie das Bahnhof-Quartier, die Detaillisten müssen ihre Kunden erwirtschaften. Und deshalb seien sie auf unterstützende Massnahmen vonseiten der Stadt angewiesen, erklärte der Präsident der Detaillisten-Vereinigung Zentrum.

Seine Botschaft richtete Suter an Stadtbaumeister Felix Fuchs und Kurt Schneider, Leiter Raumentwicklung, die das Raumentwicklungs-Leitbild (REL) an der Generalversammlung am Mittwoch in der «Spaghetti Factory» vorstellten und dabei ihr Augenmerk auf die Interessen und Bedürfnisse der Zentrum-Mitglieder legten.

Dass die Verbindung von der Bahnhofstrasse und der Igelweid in die Altstadt gestärkt werden muss, ist auch den Planern bewusst und wird als Ziel im Leitbild explizit festgehalten. Die potenzielle Laufkundschaft der Detaillisten muss, so deren Forderung, vom Bahnhof her durch die Bahnhofstrasse sowie durch die Laurenzenvorstadt in die Innen- und die Altstadt gelenkt werden. Nur so können die Läden überleben.

Altstadt-Konflikte entschärfen

«Die Altstadt ist der identitätsstiftende Nukleus der Stadt», sagte Felix Fuchs. Die unterschiedlich starken Nutzungen am Tag und in der Nacht hätten durch Lärm und Littering zu Konflikten geführt, die mit der Revision der Nutzungsordnung entschärft werden sollen. Das Raumentwicklung sieht vor, die Altstadt in eine ruhige, eine belebte und intensiv genutzte sowie eine spontan, unkommerziell genutzte Altstadt zu unterteilen.

Zur Entlastung der Altstadt in der Nacht werden im Torfeld Nord und in der Arbeitszone Telli für Clubs und Bars Standorte geprüft, bei denen der Lärmschutz gewährleistet werden kann.

Autofahrer nicht abhalten

Marcel Suter hielt zuhanden der Stadtplaner fest, dass die Altstadt auch von Autofahrern erreichbar bleiben müsse. Dies bedinge ein gutes Parkleitsystem und ausreichende Parkierungsmöglichkeiten in der Nähe. Suter räumte aber ein, dass ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen und auch das Parkleitsystem seinen Dienst tue.

«Die Entwicklung der Gebiete Bahnhof, Torfeld und längerfristig auch des Kasernen-Areals stellen für den Detailhandel eine Chance dar», sagte Suter. Der Zuwachs an Einwohnern – das REL geht von 25 000 bis 30 000 aus – bringe dem Detailhandel mehr Kunden, führte Kurt Schneider aus. Mit Verweis auf das Gais-Center wurden aber auch Bedenken laut: die Ausweitung des Angebots in den neuen Entwicklungsgebieten konkurrenziere und gefährde den Detailhandel in der Innenstadt.

Marcel Suter noch ein Jahr

Die formellen Traktanden der Generalversammlung waren wie immer rasch abgehakt. Zur Überraschung vieler kündigte Marcel Suter seinen Rücktritt in einem Jahr an.

Nach dem Rücktritt von Eva Kuhn aus persönlichen und familiären Gründen gehören dem Vorstand mit Marianne Bolliger, Patrik Westermann und Stefan Jost nur noch vier Personen an. Man will mit diesem kleinen Team weitermachen. In einem Jahr soll der Vorstand neu gebildet werden.