Aarau
Mehr Geld für Krippen-Management

Die Stabsstelle für die familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen (Fusta) der Stadt Aarau braucht mehr Ressourcen. Der Stadtrat beantragt deshalb dem Parlament, eine bisherige Teilzeitstelle um 40 Prozent aufzustocken.

Hermann Rauber
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Mehr Geld für Krippen-Management

Mehr Geld für Krippen-Management

Die betroffene Stabsstelle bei den Sozialen Diensten hat laut der stadträtlichen Botschaft «eine umfassende Aufgabe», ist sie doch verantwortlich für die Steuerung und das Controlling der in Aarau obligatorischen Elternbeiträge für die familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen. Sie entscheidet aber auch über allfällige Subventionen und verhandelt und überwacht die Einhaltung der Leistungsvereinbarungen mit momentan fünf Trägerschaften.

Im Jahre 2003 beim Start dieser Strukturen hat der Einwohnerrat für diese Verwaltungstätigkeit 0,6 Personaleinheiten bewilligt. Mit der Einführung des neuen Finanzierungsmodells wurden damals 160 Vereinbarungen mit den Eltern abgeschlossen. Sieben Jahre später sind es bereits 275 Verträge, die Schätzung für 2011 lautet auf 350 Fälle. Zeitintensiv war laut Stadtrat auch «die Entwicklung von neuen Angeboten», zum Beispiel das Klubhaus in der Telli oder der Mittagstisch Aare seit dem Frühling 2010.

Seit 2007, dem Zeitpunkt der regulären Verankerung von Fusta, müssen dauernd zusätzliche Stellenwerte mit dem Aushilfskredit zur Verfügung gestellt werden. Im Moment liegt der Bedarf 30 Prozent über dem einst bewilligten Niveau. Trotz des Mehraufwands bleiben dringend nötige Arbeiten liegen oder verzögern sich. Der Stadtrat erinnert in diesem Zusammenhang etwa an die Ausarbeitung eines Raumkonzepts für Tagesstrukturen im Quartier Schachen (Stritengässli) oder an den Aufbau einer Kindertagesstätte im neuen Stadtteil Rohr.

Kommt hinzu, dass ab Januar 2011 ein neues Modell bei den Kinderkrippen und -horten in Aarau umgesetzt wird. Diese erhalten insgesamt mehr finanzielle Mittel, um die Betreuungsangebote zu führen. «Die Anpassung war notwendig geworden durch die Bildungsreformen, die in den letzten Jahren in der Schweiz umgesetzt wurden», hält der Stadtrat fest und verweist auf das neue Berufsbildungsgesetz. Eine wichtige Änderung im neuen Modell betrifft die grössere Auswahl, die die Eltern haben. Sie können nämlich ab 2011 innerhalb der Kinderhorte ein «bedarfsgerechtes Betreuungsangebot» beanspruchen. Bisher war dieses beschränkt auf ein paar wenige Module, die zum Beispiel keinen Unterschied zwischen Schul- und Ferienzeit machten.

Mehrkosten von 45 000 Franken

Die Neuerung, so der Stadtrat, sei sehr «elternfreundlich», bewirke auf der anderen Seite bei den Trägerschaften und bei den Sozialen Diensten einen administrativen Mehraufwand. Man geht von einer «grossen Zunahme» von Elternbeitragsverhandlungen aus. Deshalb scheint es für die Behörde angebracht, auf diesen Zeitpunkt hin die Stabsstelle um 40 Prozent aufzustocken. Die entsprechenden Zusatzkosten belaufen sich auf zirka 45000 Franken, sie sind im Politikplan 2010 bis 2014 bereits angekündigt worden. Der Einwohnerrat wird über den Antrag an der übernächsten Sitzung vom
15. November entscheiden.