Stadtmuseum Aarau
Mehr als ein Knopfdruck

Im Stadtmuseum Aarau durften Kinder Fotos entwickeln – mit der Unterstützung von Solarium- statt Sonnenlicht.

Lee Ann Müller
Drucken
Teilen
Die Kinder befestigen die Negative auf Styropor. Lee Ann Müller

Die Kinder befestigen die Negative auf Styropor. Lee Ann Müller

Gespannt hören die zahlreich anwesenden Kinder zu, als ihnen erklärt wird, wie früher ein Foto entwickelt wurde. Sie schauen etwas ratlos in die Runde, viel zu kompliziert hört sich das an. Heute drückt man schliesslich einfach einen Knopf und das Bild ist im Kasten, man lädt es auf den Computer und Sekunden später spuckt es der Drucker in bester Qualität heraus. Als die Kinder ein Negativ betrachten dürfen, auf welchem eine Schneelandschaft, ganz in Schwarz getaucht, zu sehen ist, leuchtet es langsam in den Kinderaugen. «Dort, wo es schwarz ist, wird es nachher weiss und umgekehrt», erklärt ein Mädchen eifrig seiner kleinen Schwester.

Die Neugier wecken

Jeder darf sich nun ein Foto aus dem Ringier-Bildarchiv aussuchen: Die Mädchen können sich zuerst nicht entscheiden und wählen schliesslich ein Giraffenbild aus, während sich die Jungs auf die Auto- und Töffbilder stürzen. Die Fotos werden auf hellblauem Papier und Styropor befestigt und anschliessend beleuchtet. Das Wetter habe ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht, erklärt Nora Mathys, Leiterin des Ringier-Bildarchivs. Die Sonne zeigt sich an diesem Nachmittag nur versteckt hinter den Wolken, die Beleuchtungszeit würde daher wohl zu lange dauern. Stattdessen kommen die Bilder nun in eine spezielle Solarium-Vorrichtung, wo sie 30 Sekunden beleuchtet werden. «Wir wollen den Kindern vor allem zeigen, dass Fotos auch anders als mit einer Digitalkamera entstehen können», sagt Mathys. Die Neugier der Kinder zu wecken und ihnen zu zeigen, wie sich Fotografie im Laufe der Zeit entwickelte, sei wichtig, ergänzt Museumsleiterin Kaba Rössler.

Nachdem die Negative beleuchtet wurden, müssen sie gewässert werden. Gwen, Alina und Gresa aus Aarau Rohr schauen gespannt zu, wie sich die Bilder langsam mit Flüssigkeit vollsaugen. Mit einer Sanduhr wird die Zeit gestoppt. Nach zwei Minuten können die Mädchen ihre Fotos mit Klämmerchen an einem Wäscheständer befestigen. «Wahrscheinlich hänge ich das Foto in meinem Zimmer auf», sagt Gwen. Vielleicht wird es auch in ein Geburtstagskärtchen umfunktioniert. Auf jeden Fall ist das selbst entwickelte Foto persönlicher als ein schnell ausgedrucktes Digitalfoto.

Aktuelle Nachrichten