Suhr

Mega-Baustelle mit Stau-Chaos: So erklärt die Aargauer Regierung das Verkehrsregime

Diese Woche erfolgte ein Phasenwechsel: Beim «Kreuz»-Kreisel fliesst der Verkehr nun auf der anderen Strassenhälfte.

Diese Woche erfolgte ein Phasenwechsel: Beim «Kreuz»-Kreisel fliesst der Verkehr nun auf der anderen Strassenhälfte.

Die Riesenbaustelle in Suhr sorgt für Unmut und Unverständnis. In der Antwort auf die Interpellation von Rolf Haller erklärt der Regierungsrat die Verkehrssituation während der Bauzeit.

Der Aargauer Regierungsrat hat nun die Interpellation zur Mega-Baustelle in Suhr, mit welcher EDU-Grossrat Rolf Haller im Juni an ihn gelangte, beantwortet. Die Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), schreibt er in seiner Antwort, sei sich der Problematik der Verkehrsbehinderung sehr wohl schon im Voraus bewusst gewesen. So sei ursprünglich geplant gewesen, die Baustelle in Etappen von 120 Meter mit einer Lichtsignalanlage zu erstellen, wie dies bei Strassenbaustellen üblich sei.

Bei diesem Vorgehen hätte freilich eine Bauzeit von rund 2,5 Jahren resultiert. Da eine Vollsperrung die Bauzeit auf ein Jahr reduziert hätte, habe man auch diese Alternative geprüft. Allerdings hätte dies eine Umfahrung über die Wältimatt, den Schürberg, Dürrenäsch oder den Böhler bedingt. Da diese Strassen allesamt nicht genügend ausgebaut sind, um den gesamten Verkehr zu übernehmen, sei auch diese Variante verworfen worden. «Zudem», so der Regierungsrat, «hätte ein möglicher Ertragsausfall der Geschäfte im Baustellenbereich bei einer Vollsperrung in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden.»

Rücksichtnahme auf Anwohner

Die Abteilung Tiefbau wählte deshalb, in Abstimmung mit der Gemeinde Suhr, eine Variante mit einer eingeschränkten Verkehrsführung und einer möglichst reduzierten Bauzeit. Dass man dabei von einem Zwei-Schichten-Betrieb absah, erklärt der Regierungsrat wie folgt: «Im Projektperimeter befinden sich sehr viele Anwohnerinnen und Anwohner deren Wohnqualität bereits durch den sonstigen Strassenverkehr und nun tagsüber durch den laufenden Baustellenbetrieb stark beeinträchtigt ist und die deshalb ein notwendiges Mass an Ruhezeiten erwarten. Zudem hätte eine Ausführung in zwei Arbeitsschichten nur eine geringfügige Verkürzung der Bauzeit gebracht.

Das Linksabbiegeverbot beim Rundhaus in Richtung Oberentfelden rechtfertigt der Regierungsrat damit, dass mit dieser Verkehrsführung der Kreiselneubau in nur drei Etappen erfolgen und die Bauzeit so kurz wie möglich gehalten werden könne. «Das Abbiegen nach links hätte eine zusätzliche Phase an der Lichtsignalanlage erfordert, was wiederum kürzere Grünphasen für die anderen Verkehrsteilnehmenden bedeutet und somit zu längeren Staus geführt hätte.»

Hindernisparcours: eine Fahrt auf der Suhrer Tramstrasse

Hindernisparcours: eine Fahrt auf der Suhrer Tramstrasse (März 2018)

Haller wollte wissen, ob das BVU auch andere Verkehrsführungen geprüft habe. In der regierungsrätlichen Antwort heisst es dazu, da insbesondere der Schwerverkehr für die Verkehrsführung während der Bauzeit massgebend sei, habe es keine weiteren Möglichkeiten für eine Umleitung über das Suhrer Gemeindestrassennetz gegeben. Weiter erkundigte sich Haller, welche Massnahmen der Regierungsrat getroffen habe, um «die gefährliche Situation des Langsamverkehrs (Fussgänger, Rad- und Mofafahrer) zu entschärfen». Dazu heisst es in der Antwort: «Der Radweg führt ausserhalb der Baustelle durch. Die Fussgänger werden durch die beiden bestehenden Unterführungen beim «McDonald’s» und beim Rundhaus geführt. Die Querung beim Dobi wird mit einer Lichtsignalanlage gesichert.» Auf eine temporäre Überführung sei dagegen bewusst verzichtet worden, da diese nicht behindertengerecht hätte ausgeführt werden können. Der Platz für entsprechende Rampen sei im Baustellenbereich nicht vorhanden. Beim Entscheid gegen eine Überführung habe auch mitgespielt, dass eine solche bei der erforderlichen Höhendifferenz erfahrungsgemäss sehr schlecht angenommen würde.

Umweg von 10 Minuten zumutbar

Die Variante einer Fussgängerquerung im Baustellenperimeter wurde verworfen, da sie eine Leistungseinbusse beim Verkehrsfluss zur Folge gehabt hätte. Die Abteilung Tiefbau habe einen Umweg von maximal 10 Minuten mit einer sicheren Querung der Strassen als für die Fussgänger zumutbar erachtet.

Mit dem gewählten Vorgehen, konstatiert der Regierungsrat, habe die ursprünglich kalkulierte Bauzeit von 2,5 Jahren dank einer Optimierung der Bauabläufe auf 1,5 Jahre reduziert werden können, wobei die grösseren Verkehrsbehinderungen auf ein Jahr konzentriert seien. Am Knoten Kreuz werden voraussichtlich ab Herbst 2018 wieder alle Fahrbeziehungen möglich sein. Bleiben unerwartete Vorkommnisse aus, sollten Ende 2018 die Hauptarbeiten erstellt sein. Damit wären, wie der Regierungsrat vorrechnet, die Hauptarbeiten unter schwierigen Bedingungen innerhalb eines Jahrs ausgeführt. Bis Mitte 2019 laufen dann noch die Restarbeiten wie Wiederinstandstellungen, Grünstreifen, Installation Lichtsignalanlage.

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