Suhr
Mega-Baustelle: Ein halbes Jahr vor Zügeltermin stehen Interessenten Schlange

Die Arbeiten auf der Mega-Baustelle im Dorfzentrum von Suhr kommen gut voran – ein Augenschein.

Katja Schlegel
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Links die Wohnhäuser, rechts die langgezogene Geschäftsliegenschaft.
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Markus Spiess, Geschäftsführer der Immobilienentwicklungsgesellschaft.
Baustelle Suhr Rundgang

Links die Wohnhäuser, rechts die langgezogene Geschäftsliegenschaft.

Mario Heller

Die Brache der einstigen Textildruckerei Suhr AG zwischen Bären-Kreuzung und Jumbo ist nicht wiederzuerkennen. Wo bis letzten Frühling einzig das Unkraut spross, ist innert eines Jahres ein neues Dorfzentrum in die Höhe gewachsen. Nur 51 Wochen nach der Grundsteinlegung wurde Mitte Mai Aufrichte gefeiert. Nächste Woche läuft die Vermietung der 93 Wohnungen an, am 30. November werden die Geschäfte, Praxen und das Hotel eröffnet, und am 1. Dezember können die ersten Mieter in ihre Wohnungen einziehen.

«Wir liegen gut im Terminplan und sind sehr zufrieden mit der Vermietung», sagt Markus Spiess, Geschäftsführer der Immobilienentwicklungsgesellschaft FIBA Real Estate AG. Insbesondere die Nachfrage nach den Mietwohnungen sei enorm, speziell nach Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. Und das, obwohl die Mietpreise erst in den nächsten Tagen publiziert werden. «Viele Interessenten sind älteren Jahrgangs und stammen aus der Region», so Spiess. Damit bestätige sich das, was Bedarfsabklärungen im Vorfeld ergeben hatten. «So zentral und verkehrsgünstig gelegen sind Wohnungen für Kleinhaushalte gefragt», sagt Spiess. Grosse Familienwohnungen hat es deshalb im Suhre Park nur wenige.

Nur noch ein Laden ist frei

Vermietet sind bis auf eine letzte Fläche von rund 80 Quadratmetern die Ladenflächen im Erdgeschoss: Nebst Migros, Denner, Lindenapotheke, Post, einem Laden für Heimtextilien und einer Damenboutique, einem Beautysalon, einem Sicherheitsdienst, einem Anbieter von hochwertigen HiFi-Geräten und einem Uhren- und Schmuckgeschäft wird auch die Bäckerei Studler einziehen, mitsamt Café, Restaurant und Holzofenbäckerei.

Peter Studler wird mit seiner Local Group ausserdem das Hotel mit 57 Zimmern betreiben. Das Hotelangebot richtet sich nicht unbedingt an Touristen, sondern an Berufs- und Geschäftsleute, die sich für längere Zeit in der Region aufhalten. Deshalb ist jedes Zimmer mit einer Kochnische versehen, und der Gast kann selber bestimmen, wie viel Service er wünscht – ob das Zimmer beispielsweise täglich geputzt wird oder nur alle drei Tage.

Ebenfalls in die Geschäftsräume im ersten Stock einziehen wird ein Gesundheitscenter mit einer Fläche von 660 Quadratmetern, dazu ein Fotostudio, eine Praxis für chinesische Medizin, eine Kinderarztpraxis sowie einige Büros. Im Gegensatz zu den Flächen im Erdgeschoss sind im ersten Stock noch einige Flächen frei. «Wir haben noch rund 2000 Quadratmeter Fläche zu vergeben, beispielsweise als Praxen, Therapieräume, Schulungsräume oder Büros.»

Noch braucht es einiges an Vorstellungsvermögen, um sich auszumalen, wie es im Suhre Park dereinst aussehen wird. Der Rohbau steht, aber noch ist es eine Baustelle, noch muss man stellenweise den Kopf einziehen oder aufpassen, wo man seinen Fuss hinsetzt. Markus Spiess marschiert durch die Bauten und zeigt hierhin und dorthin, vor dem geistigen Auge wachsen Theken und Migroskassen aus dem Boden, da steht der Holzofen der Bäckerei, dort die Postschalter und da die Hotelbetten, und an der Ecke Bernstrasse/Tramstrasse, wo heute die Bauleitung in den Containern sitzt, denkt man sich die Gartenwirtschaft hin. Etwas weiter die Tramstrasse hoch werden drei Kurzparkplätze hinkommen, direkt neben dem Postomaten, für den bereits ein Loch in der Wand klafft.

Einfacher ist es da mit dem Vorstellungsvermögen und den Wohnungen in den vier Häusern entlang der Suhre. Hier sind die Arbeiten weiter fortgeschritten, wenn auch etwas versteckt: Wo bereits Boden verlegt wurde, schützen ihn dicke Polster, auf den beigen oder weissen Küchenabdeckungen klebt Plastik, in den Badezimmern liegen Schutzhüllen in den Wannen. «Die ersten beiden Wohnhäuser werden so fertig sein, dass die Mieter per 1. Dezember einziehen können», so Spiess. Die beiden anderen Häuser sind per 1. Februar bezugsbereit.

«Verkehr wird nur verlagert»

Unter den Gebäuden befinden sich zwei Park-Etagen, beide mit 140 extrabreiten Plätzen und Ladestationen für Elektroautos, aber mit zwei verschiedenen Zufahrten. Die erste Etage ist für die öffentliche Nutzung, die zweite für feste Mieter. Dazu kommen oberirdisch ein grosser Veloabstellplatz und ein unterirdischer Velokeller mit direktem Zugang zu allen Häusern. Die Anlieferung erfolgt über die gleiche Einfahrt wie für die öffentlichen Parkplätze; die Lastwagen werden in einer angrenzenden Halle entladen.

Erschlossen wird das Areal über die Alte Gasse, die beim Kreisel zwischen Jumbo und Pfister abzweigt – heute ein Nadelöhr. Doch Entlastung ist angekündigt: «Der Kanton wird demnächst mit dem Ausbau der Bernstrasse auf dem Abschnitt zwischen Bärenkreuzung und Kreisel beginnen», sagt Spiess. «Die Arbeiten werden zeitgleich mit der Eröffnung des Suhre Parks abgeschlossen sein.» Mit der zusätzlichen Spur werde der Verkehr besser abfliessen, die Zufahrt zum Suhre Park sei künftig kein Problem. Dass der Suhre Park zu einem noch stärker verstopften Verkehrszentrum beitragen wird, glaubt Spiess nicht: «Wir wissen beispielsweise, dass heute viele Suhrer nicht in der kleinen Migros im Dorf einkaufen, sondern mit dem Auto nach Buchs oder Gränichen fahren. Fahren sie künftig in den Suhre Park, verlagert sich der Verkehr also nur – oder er entfällt sogar, weil die Suhrer mit dem Velo einkaufen kommen.»