«Ich nehme den Zug nach Bern. Ich studiere Medizin und habe heute eine praktische Prüfung, kurz ‹OSCE› genannt. Dabei werden meine Fertigkeiten und ärztlichen Verhaltensweisen getestet. Ich weiss nicht genau, was mich erwartet. Im Moment geht es mir noch gut. Aber ich bin sicher, kurz vor der Prüfung werde ich nervös sein.

Ich habe mich für die Uni Bern wegen dem praktischen Studienaufbau entschieden. Zudem ist Bern eine schöne und gemütliche Stadt, besonders das Schwellenmätteli ist ein schönes Plätzchen. Ich bin im fünften Semester. Meine Semesterferien habe ich hauptsächlich mit Lernen verbracht. Wir hatten auch noch eine schriftliche Prüfung. Auf die ‹OSCE› habe ich mich die letzten zwei, drei Wochen mit einer Lerngruppe vorbereitet. Ansonsten lerne ich lieber alleine.

Bevor ich mit dem Studium begonnen habe, habe ich das Pflegepraktikum im Kantonsspital Aarau gemacht. Neben der Uni arbeite ich als Sitzwache im Spital: Ich entlaste Angehörige und das Pflegepersonal, indem ich Patienten mit erhöhtem Pflegebedarf durch die Nacht begleite. 

Nächste Woche fahre ich mit meiner Familie nach Zermatt in die Skiferien – es ist unser drittes Mal. Zermatt ist ein wunderschöner Skiort, mit einer atemberaubenden Bergkulisse. Danach beginnt das Studium wieder.

Ich habe während eineinhalb Jahren in einer Wohngemeinschaft in Bern gewohnt und es war toll. Seit einiger Zeit lebe ich aber wieder zu Hause, vornehmlich aus finanziellen Gründen. Ich pendle rund drei Stunden täglich, fünfmal die Woche. Das macht mir eigentlich nichts aus. Pendeln ist gemütlich. Man kann schlafen, Musik hören oder sich auf die Vorlesung vorbereiten. Wenn ich mal am Abend an eine Studentenparty oder an ein WG-Fest gehe, kann ich bei einer Kollegin übernachten. Ich gehe auch gerne in Aarau und Baden aus. Die ‹Tuchlaube› finde ich super.» (KBW)