Clean-up-Day
Martin Guggenbühl kämpft gegen Littering – und zwar jeden Tag

Kein Tag vergeht ohne leere Aludose am Strassenrand. Martin Guggenbühl hat sie zwischen Oberkulm und Oberentfelden 50 Tage lang aufgesammelt und die Fundorte akribisch auf einer Karte vermerkt.

Katja Schlegel
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Martin Guggenbühl ist an der Suhrgasse in Oberentfelden einmal mehr fündig geworden.Pascal Meier

Martin Guggenbühl ist an der Suhrgasse in Oberentfelden einmal mehr fündig geworden.Pascal Meier

Aluminiumdosen sind Martin Guggenbühl ein Dorn im Auge. Sie ärgern ihn so sehr, dass er sich diesen Sommer die Mühe gemacht hat, auf seinem Arbeitsweg von Oberkulm via Suhr bis Oberentfelden 50 Tage lang sämtliche Büchsen zu fotografieren und einzusammeln.

In dieser Zeitspanne sind über 1000 Dosen zusammengekommen. «Ich habe nie nach Dosen gesucht, ich habe einfach gesammelt, was ich entlang der Strasse gesehen habe», sagt Guggenbühl. Und er sei auch längst nicht der einzige Dosensammler gewesen. «Die Zahl liegt also noch höher.»

Akribisch Buch geführt

Die Fundorte der Dosen hat Guggenbühl entlang seines 15 Kilometer langen Arbeitsweges jeweils auf einer Karte eingezeichnet und im Internet erfasst.

«Die Dosen sind mit Abstand das grösste Problem. PET-Flaschen beispielsweise habe ich nur rund 50 gesammelt», sagt er.

Auch Fast-Food-Verpackungen habe er nur vereinzelt gefunden. Aufgefallen ist ihm weiter, dass die Zahl der Dosen mit dem Schulbeginn deutlich zugenommen hat.

Das Argument, dass sich die Büchsen über Jahre hinweg angesammelt haben könnten, lässt Guggenbühl nicht gelten: «Ich habe schon früher auf dieser Route Dosen aufgehoben.» Und auch an der mit rund 90 Prozent sehr hohen Recyclingquote für Aludosen lässt er kein gutes Haar: «Sie sieht nur deshalb so gut aus, weil unzählige freiwillige Helfer die Dosen einsammeln und fachgerecht entsorgen.»

«Depot ist zwingend nötig»

Für Guggenbühl liegt die Lösung des Problems auf der Hand: «Ein Depot von einem Franken pro Aludose ist zwingend nötig.» Damit schlägt er in die gleiche Kerbe wie zahlreiche Landwirte. Anfang Jahr hatten Geschichten von schwer verletzten und kranken Kühen schweizweit Schlagzeilen gemacht.

Das Problem: Weil die Bauern beim Mähen die Dosen im hohen Gras nicht sehen, landen die scharfkantigen Alu-Fetzen im Futter und schliesslich in den Mägen der Tiere.

Auch in Bundesbern ist ein Dosen- und Flaschenpfand schon lange ein Thema; bislang hatten entsprechende Initiativen aber einen schweren Stand.

Im April beispielsweise wurde eine entsprechende Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt abgelehnt – das Littering sei zwar ein ernst zu nehmendes Problem, ein Pfand aber nicht die geeignete Gegenmassnahme, so die Begründung der Umweltkommission des Ständerats.

Was er nun mit den vier riesigen Säcken voller gesammelter Dosen anstellen will, weiss Guggenbühl noch nicht. «Vorerst bleiben sie bei mir im Keller.»

Der Link zur Karte mit der Dosen-Karte finden Sie hier.

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