Aarau

Markt Aarauer Gewerbetreibender: Organisation war «ein Hoselupf»

Rainer Zulauf (l.) und Marcel Suter vom MAG-Vorstand gestern vor dem «Eniwa-Kochhüsli» am Graben.

Rainer Zulauf (l.) und Marcel Suter vom MAG-Vorstand gestern vor dem «Eniwa-Kochhüsli» am Graben.

Der «MAG» hat dieses Jahr eine turbulente Entstehungsgeschichte. Es gibt ihn nur dank dem tüchtigen Vorstand.

Nur Sekunden nachdem das Foto im Kasten ist, öffnet der Himmel seine Schleusen. Fürs Gespräch mit der AZ flüchten Rainer Zulauf und Marcel Suter unter einen halb aufgebauten Stand. Es ist der Tag vor dem «Markt Aarauer Gewerbetreibender», der eigentlich «der MAG» heisst, im Volksmund aber wohl immer «d’MAG» bleiben wird. Heute Donnerstag geht es los. Für den MAG-Vorstand, dem Zulauf als Präsident und Suter als Kommunikationsverantwortlicher sowie derzeitiger Geschäftsführer angehören, ist es ein spezielles Jahr.

«Das Messegeschäft ist schwierig»

Anfang Winter 2018 hatte Suzanne Galliker das Mandat als Messeleiterin niedergelegt. «Mitten in der Ausschreibungsphase für den MAG 2019», sagt Suter. «Wir hatten keine Zeit, lange zuzuwarten, und mussten sofort handeln. Der Vorstand hat die Organisationsaufgaben unter sich aufgeteilt. Das war ein Hoselupf.» – «Wir haben viel gelernt, aber ich bin froh, müssen wir das nicht jedes Jahr machen», sagt auch Rainer Zulauf.

Denn obschon die Organisation durch den Vorstand grundsätzlich klappt – auf Dauer wollte man den MAG wieder in professionelle Hände legen. Zulauf: «Das Messegeschäft ist schwierig. Es braucht eine stetige Weiterentwicklung des MAG.» Die Generalversammlung hat diesen Vorstandsbeschluss einstimmig bestätigt. «Diese grosse Rückendeckung hat mich ehrlich gerührt», sagt Rainer Zulauf. Die Messeleitung wurde öffentlich ausgeschrieben, die Bewerber wurden gründlich evaluiert.

Neuer Messeleiter sei jung genug, um frischen Wind zu bringen

Diese Woche hat der Vorstand den neuen Messeleiter präsentiert: Mike Zettel (Firma Kein Ding, Dulliken). «Ein in der Region verankerter Messeprofi, der jung genug ist, um frischen Wind zu bringen», fasst es Zulauf zusammen. Denkbar sei etwa ein Kombiangebot für Aussteller zusammen mit der Messe in Olten, die kurz vor dem MAG stattfindet und ebenfalls von «Kein Ding» organisiert wird.

Es helfe zudem, dass Zettel für die Weinmesse Olten zuständig sei. Denn das Weinzelt am MAG brauche dringend eine Konzeptüberarbeitung. «Es ist eine ungünstige Jahreszeit», erklärt Suter: «Wir konnten keinen einzigen Weinbauern aus dem Aargau finden, der Zeit hat. Sie sind alle mitten in der Weinlese.»

Das war der MAG 2017:

Neu mit dabei: Diabetes Aargau und Frauenfitnesscenter

Weinhändler aus der Region hat es aber natürlich. Und auch bei den anderen rund 120 Ausstellern ist der Mix wieder regionaler als auch schon. Rainer Zulauf: «Es ist schön zu sehen, wie viel Mühe sie sich geben, einen spannenden Stand zu entwickeln.» Es sei bei weitem nicht so, dass immer die Gleichen hier seien: Dieses Jahr fehlen zum Beispiel das Lehratelier der Bekleidungsgestalterinnen und der Holzbau-Brunner.

Neu sind dafür Diabetes Aargau und «Miss Sporty», das Frauenfitnesscenter aus dem Aeschbachquartier. Als Special Guest ist der Verein Furka Bergstrecke am MAG – leider ohne einen historischen Bahnwagen. Aber dafür fährt das traditionelle MAG-Bähnli. Im Schachen gibts (unabhängig vom Markt) einen Luna-Park. Der Zirkus Mugg bietet Unterhaltung für die Kleinen.

Von Freitag bis Sonntag findet auf der Schlössliwiese der Keramikmarkt statt. «Er ist dieses Jahr voll gefüllt, so viele Anmeldungen hatten wir noch nie», freut sich Rainer Zulauf.

Musikprogramm wird umgekrempelt

Neu spielt jeweils am Nachmittag ein junger Pianist in der Markthalle: der Aarauer Emanuel Steffen. Damit geht der Vorstand auf den vielgeäusserten Wunsch ein, man möge doch eher auf dezente Musik statt lautes Konzert setzen, damit man sich auch noch unterhalten kann. Abends spielen dann Bands – eine pro Tag. «Wir wollten keine Bandwechsel mitten am Abend mehr, sondern lieber thematische Schwerpunkte», so Marcel Suter.

Am Donnerstag gibts Volksmusik, am Freitag Irish Blues, am Samstag ein kurzes Guggen-Konzert und dann Dixieland-Jazz, am Sonntag spielt eine Brassband in der Markthalle. Draussen, auf dem Färberplatz, ist die Food-Meile. Pizza, Sushi, Raclette, Fischknusperli – alles dabei.

Als das Interview mit der AZ vorbei ist, tröpfelt es noch immer. «Es herbschtelet halt», sagt Rainer Zulauf. Aufs Wochenende werde es trocken. Marcel Suter: «Ich kann mich an keinen MAG erinnern, an dem es vier Tage durchgeregnet hätte. Wir hatten immer Wetterglück.»

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