Sie kam ganz in Rot, reiste für die Bundesfeier der beiden Entfelden extra aus den Ferien im Berner Oberland an. Aber nein, die kritische Bemerkung zum Fall GE Oberentfelden («sehr bedenklich») hat aus der Freisinnigen keine Rote gemacht. Zwar sagte Maja Riniker: «Die heutige schnelllebige Zeit mit dem zunehmenden ‹Hire an Fire› bereitet mir Sorgen.» Und: «Die Internationalisierung hat nicht nur gute Seiten.» Dies vor dem Hintergrund der Betriebsschliessung von General Electric in Oberentfelden (Verlagerung nach Birr mit einem Abbau von 50 Stellen).

Gute Rahmenbedingungen nötig

Was die Wirtschaftspolitik generell anbetrifft, blieb Maja Riniker (40) auf der bürgerlichen Linie. Indem sie etwa die «überbordende Bürokratie» kritisierte. Einen Arbeitsplatz zu haben, sei etwas vom Wichtigsten. «Darum müssen wir wirklich Sorge tragen zu unseren Arbeitgebern. Mit guten Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch eine vernünftige Steuerpolitik. Wir müssen dafür sorgen, dass die Arbeitgeber möglichst lange möglichst viele gute Arbeitsplätze in der Region anbieten können.»

Maja Riniker forderte die Leute auf, sich irgendwo zu engagieren. Ihr schwebt diesbezüglich so etwas wie ein Gesellschaftsvertrag vor. Sorgen bereitet der Grossrätin überbordender Individualismus. «Die zunehmende Tendenz vieler Menschen, vor allem für sich zu schauen und sich um das Gemeinwesen zu foutieren, ist Gift für die Kultur der gelebten Solidarität», so die dreifache Mutter Maja Riniker.