Aarau
Maienzug-Vorabend mit Lücken im Gedränge und frustrierten Wirten

Die Menschenmasse verlagerte sich wie gewünscht zum Graben. Doch die Wirte in der Pelzgasse waren frustriert, weil der Durchgang zum Färberplatz gesperrt war und weniger Passanten vorbeikamen. Sie blieben auf Getränken und Essen sitzen.

Sabine Kuster
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Gedränge in der Metzgergasse.
18 Bilder
Ein kühler Drink in der Hitze des Abends.
Der neue Schlossplatz ist belebt.
Partystimmung am Zollrain vor dem ehemaligen KBA.
Zaungast am Weinfassrollen.
DJ in der Kronengasse.
Diese Familie hat Logenplätze mit Sicht aufsFestgetümmel.
Ein Fest mit Notausgang - Beflaggung in der Laurenzentorgasse.
Kadetten vor dem Rathaus.
Wie viele Leute drängen sich auf einem Quadratmeter?
Fest mit Notausgängen - Beflaggung vor dem Rathaus.
Die Feuerwehr trat als klarer Favorit beim 10. Weinfassrollen an.
DJ in der Kronengasse.
Maienzug-Vorabend: die Impressionen
Gute Sicht aufs Weinfassrollen von den Schultern des Vaters.
Ein bisschen Abkühlung schadete nicht.
DJ am Zollrain.
Volle Kraft voraus am Weinfassrollen.

Gedränge in der Metzgergasse.

Chris Iseli/AZ

Viel Unmut hatte es im Vorfeld dieses Maienzug-Vorabends gegeben. Besonders seitens der Wirte, welche ihren Bands kurzfristig wieder hatten absagen müssen, weil die Stadt die vier Bühnen gemäss neuem Sicherheitskonzept aus der Altstadt verbannte. Wie also ist ein Maienzug-Vorabend ohne Live-Musik?

Nur wenig anders. Auch dieses Jahr Fackelspiesse, Bierdosen, Caipirinha, ein endloses Geschnatter und das Bum-Bum hallte in den Gassen wieder. Der Abend wird den allermeisten wegen seiner tropischen Hitze in Erinnerung bleiben, nicht wegen der Musik. Auch die riesigen grünen Notausgang-Fahnen, welche quer über der Rathausgasse und der Laurenzentorgasse hingen, dürften kaum aufgefallen sein: Wer schaut schon nach oben, wenn es gilt, die nächste Lücke in der Menschenmasse zu finden.

Zu viel eingekauft

Lücken hatte es dieses Jahr tatsächlich in der Altstadt. Zwar war die Kreuzung auf der Rathausgasse vor dem Steingrill wohl noch nie so eng. Dafür schien die Metzgergasse etwas durchlässiger. Auffallend die Veränderung in der Pelzgasse – die Passage zum Färberplatz war gesperrt worden. Die dortigen Wirte äusserten sich frustriert: «Das ist nun ein toter Punkt. Man hat uns nicht informiert. Jetzt sitzen wir auf Getränken und Essen, das wir wegwerfen werden müssen», sagte Othmar Gruber vom El Camino. Den vorbereiteten Teig für 1000 Crêpes werde er nicht loswerden, sagte Philippe Gacond von der Crêperie, seine Leute stünden nur herum.

Aus der Sicht der Stadt dürfte das Sicherheitskonzept zumindest teilweise gewirkt haben: Die Menschenmassen verlagerten sich stärker auf den Graben als in den Vorjahren – also aus dem Altstadtkern hinaus. Die dortigen Bands hatten viel Publikum. Allerdings bildeten sich auch nach wie vor grosse Trauben von Tanzenden vor dem DJ der Tuchlaube und vor der Krone.

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