Aarau

Maienzug-Vorabend: Acht Stunden Vollgas für «Altstadt»-Wirt Rathan und sein Team

Rathan Rajaratnam gestern Abend beim Kochen in der Rathausgasse.

Rathan Rajaratnam gestern Abend beim Kochen in der Rathausgasse.

Wie der «Altstadt»-Wirt den Vorabend vorbereitet und übersteht. In den sieben Freitag-Stunden wird Rathan so viel Umsatz machen, wie sonst an einem normalen Freitag.

Geschäftlich gesehen, ist der Maienzug-Vorabend einer der besten Tage im Jahr von Rathan Rajaratnam (41). Er hat zwölf Leute im Einsatz. Seine ganze Familie, sein Personal und einige Helfer. «Wir haben ein gutes Team», sagt Rathan. Von 18 bis 2 Uhr herrscht absolutes «Highlife». Anschliessend muss aufgeräumt werden (dauert bis mindestens 4 Uhr). Morgens um sieben Uhr geht der Gastrobetrieb schon wieder auf – für die städtischen Abfallentsorger, die zum Feierabend-Café kommen. Nach dem Umzug ist wieder volles Haus: Apéro-
Time bis 14 Uhr. In den sieben Freitag-Stunden wird Rathan so viel Umsatz machen, wie sonst an einem normalen Freitag (mindestens 16 Stunden offen).

Von Jahr zu Jahr besser

«Bisher hatten wir wettermässig immer Glück», erklärt Rathan. Es ist sein zwölfter Vorabend. «Der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr.» Er verkauft vor dem «Mulia» asiatische Speisen und gegenüber der «Altstadt» in einem Stand Spiessli und Würste vom Grill.

Allein für den Asien-Food hat er 120 Kilogramm Pouletfleisch, 75 Kilo Reis und 20 Kilo Gemüse bereitgestellt. Rathan erzählt, wie er vor Jahren «Papi» notfallmässig in den Bahnhof-Coop schicken musste, und dieser erst nach einer Stunde mit dem dringend benötigten Lauch zurückgekommen ist – das Gedränge war so gross, dass er fast nicht durchkam. In der Regel sind die 1200 Portionen von Rathan gegen 23 Uhr weg. Gestern Morgen war der Wirt skeptisch, ob das auch dieses Jahr so sein würde. «Es ist fast zu heiss», sagte der Tamile. Er rechnete jedenfalls mit einem späteren Hauptansturm. Nicht vor 20 Uhr.

Und er hat extra 480 Fläschchen Mineral eingekauft. Rathan wollte sich nicht überraschen lassen wie vor zwei Jahren. Damals war sein Wasservorrat schon um 21 Uhr alle – und es war nicht so brütend heiss wie gestern.

Der Busbetrieb durch die Rathhausgasse ist gestern erstmals bereits um 14 Uhr eingestellt worden. «Super», findet Rathan, «so haben wir mehr Zeit zum Aufstellen.» Er betreibt seit dem September 2006 das Restaurant Mulia. Seit fünf Jahren zudem die unmittelbar benachbarte «Altstadt».

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