«Plant die Maienzugskommission das Angebot für Kinder und Jugendliche in den nächsten Jahren grundlegend zu überdenken und neu auszurichten?» Rechtzeitig auf den Maienzug hin liegt die Antwort des Stadtrates auf die Anfrage der beiden SP-Einwohnerrätinnen Silvia Dell’Aquila und Lelia Hunziker vor: Nein, es sei nicht geplant, das Angebot grundlegend zu ändern, heisst es darin. Kleinere Änderungen dagegen würden immer wieder vorgenommen. So sei beispielsweise dieses Jahr das Konzert für die Kindergartenkinder in die Chrutwäje verlegt worden. Und am Bez-Turnier nähmen 2015 zwei Oberstufen-Mannschaften teil. Eine Zusammenlegung der Programme von OSA und Bez sei ausserdem in Planung.

Vielleicht habe man nicht viel mehr erwarten dürfen, sagt Silvia Dell’Aquila. Und doch: «Wir haben erwartet, dass die Antwort ein bisschen mehr in Richtung Überprüfung gehen würde. Wir hätten uns gewünscht, dass die Anfrage einen Anstoss dazu gegeben hätte.» Schliesslich würden die in der Anfrage aufgeworfenen Fragen viele Leute interessieren. Der Maienzugkommission fehle wohl ein wenig der nötige Wille, vermutet Dell’Aquila.

Die beiden Fragestellerinnen hatten wissen wollen, weshalb das Konzert für die kleinen Kindergartenkinder ganz wegfalle. Für die Kleinen, heisst es in der Antwort, sei das Nachmittagsprogramm eine Überforderung. «Sie sind müde vom ausgiebigen und langen Morgenprogramm.» Der für den diesjährigen Maienzug erstmals gefällte Entscheid sei von den allermeisten Eltern gut aufgenommen worden. Silvia Dell’Aquila merkt dazu an, sie höre auch andere Stimmen. «Es gibt auch Eltern, die das Nachmittagsprogramm okay finden und die sagen, ihre Kinder freuten sich darauf.»

Kein Bedürfnis nach einer Disco?

Dass es am Abend für die Oberstufenschülerinnen und -schüler keine Disco gibt, erklärt der Stadtrat mit der fehlenden Nachfrage. Bis zum Jahr 2006 habe es fast immer eine Disco gegeben – bei stetig abnehmender Besucherzahl. Zuletzt seien gerade mal noch fünf Jugendliche gekommen. Die Maienzugskommission stellt sich deshalb auf den Standpunkt, dass allfällige Vorschläge für ein Abendprogramm aus dem Umfeld der Schule kommen müssen. Dort seien die aktuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler am ehesten bekannt.

Tanzband für 4000 Franken

Gegenstand der Anfrage war auch das Engagement der Tanzband Swissboys. Regelmässig zum Einsatz gekommen seien diese seit 1999, heisst es in der Antwort. Eine Umfrage vor sechs Jahren bei den Primar- und Kindergarten-Lehrkräften der Stadt sowie bei den Schülerinnen und Schülern habe ergeben, dass die grosse Mehrheit an den Swissboys festhalten wollte. Trotzdem hat die Maienzugkommission in den letzten Jahren nach Alternativen Ausschau gehalten. Nur: «Alle angefragten Kinderbands haben nicht ein Repertoire für drei bis vier Stunden oder passen finanziell nicht ins Budget.» Dies bei Gagen bis zu 12 000 Franken. Vorschläge für Bands, die mindestens drei Stunden spielen können und den Rahmen von 4000 Franken nicht sprengen, nehme die Maienzugkommission gerne entgegen. Für Silvia Dell’Aquila ist jedoch keineswegs in Stein gemeisselt, dass die Band drei, vier Stunden Tanzmusik bieten können muss.

Zur Frage, wieso sich die Stadt nicht mit einem höheren Betrag am Open Air Chrutwäje beteilige, verweist der Stadtrat auf die Stabilo-Massnahmen. Die Maienzugkommission stehe aber in engem Kontakt mit dem OK und werde dafür sorgen, dass der Weiterbestand des Open Airs in den kommenden Jahren sichergestellt sei.

Mah-Meh auf dem Maienzugplatz

Punkto Catering auf dem Maienzugplatz, das die Fragestellerinnen als «leidlich und nicht zeitgemäss» bezeichnet haben – Hamburger, Frites und Fleisch –, schreibt der Stadtrat, die Maienzugkommission überprüfe das Angebot regelmässig. Und im Zelt auf dem Viehmarktplatz werde eine andere Art von Verpflegung angeboten als auf dem Maienzugplatz. Ausserdem soll es dieses Jahr auf dem Maienzugplatz auch ein fleischloses Mah-Meh sowie eventuell Frühlingsrollen, Crêpes und Patisserie geben. In den letzten Jahren, heisst es in der Antwort, seien schon verschiedene alternative Speisen ausprobiert worden. Die Nachfrage etwa nach Älplermagronen und Hörnli mit Gehacktem sei jedoch äusserst klein gewesen.

Kadetten auf dem Schlossplatz

In einem Punkt rannten die Fragestellerinnen offene Türen ein: Das Konzert der Kadettenmusik am Vorabend findet nun auf dem neuen Schlossplatz statt. Nicht mehr im Kasinopark, den die beiden Einwohnerrätinnen als «nicht ideal» bezeichnet hatten, insbesondere weil er zu wenig Platz biete.