Aarau
MAG-Rundgang: Frisch geröstet in der uralten Maschine

Auf dem Rundgang durch den MAG entdeckt unser Autor Quellen der Nostalgie. Am ehesten fündig wird man beim rollenden Antiquariat Buchfink aus Brugg, bei dem man die vor 25 Jahren erschienene MAG-Geschichte noch original verpackt kaufen kann.

Hermann Rauber
Merken
Drucken
Teilen
MAG-Rundgang: Frisch geröstet in der uralten Maschine
4 Bilder
Patrick und Boriana Hennigverkaufen Magenbrot.
Ist fit: Heiner Weber zeigtÜbungen mit dem Besen.
Hat eine lange Tradition: Sabine Gürber röstet Erdnüsse.

MAG-Rundgang: Frisch geröstet in der uralten Maschine

Wer sich am Jubiläums-MAG auf historische Spurensuche begibt, muss ein gutes Auge haben. Am ehesten fündig wird man beim rollenden Antiquariat Buchfink aus Brugg, bei dem man die vor 25 Jahren erschienene MAG-Geschichte noch original verpackt kaufen kann. Fenster und Werkzeuge «aus der Gründungszeit des Marktes» entdeckt man am Stand der Schreinerei Hauri AG aus Staffelbach, wahrscheinlich bereits am ersten MAG 1937 in Funktion war die inzwischen über hundert Jahre alte Röstmaschine für Erdnüsse, die heute von Sabine Gürber aus Küttigen liebevoll in Schwung gehalten wird.

Zu den frühesten MAG-Attraktionen zählte der «Chöcherli-Stand» der städtischen Werke. Hier können die jüngsten Besucherinnen und Besucher erste Kochkünste üben, entweder traditionell mit einer Omelette oder einem Würstchen oder der Mode entsprechend mit einer Mini-Pizza oder einem Hamburger. Geradezu «klassisch» ist die Einrichtung des «Schützenstüblis» des Arbeiter-Schützenbundes Aarau am Rande des Färberplatzes. Zum Design gehören seit Menschengedenken Scheiben und Zeigerkellen, gefehlt hat heuer einzig das von Hand geschriebene Plakat «Achtung heiss» vor dem Grill.

Mit einer «brillanten MAG-Geschichte», allerdings nicht aus der eigenen Feder, überrascht David Gygax vom gleichnamigen Aarauer Uhren- und Schmuckgeschäft. Die Affiche «brillant» lässt unschwer auf den Hauptgewinn schliessen. Eher rustikal nimmt sich hingegen der erste Preis bei einer Schätzfrage am Stand von Hüsler Nest Center Aarau aus. Wer Pech (oder je nach Gusto Glück) hat, gewinnt eine Übernachtung im Stroh mit Frühstück für die ganze Familie. Denn «der gesunde Schlaf beginnt am Kopf», lernt der geneigte MAG-Flanierer vor dem Kultur- und Kongresshaus bei Daniel Gerber, Antik & Möbel Suhr.

Verhexte Billett-Automaten

Im Gesundheits-Zelt unter dem Dach der Stiftung «Aarau – eusi gsund Stadt» auf dem Holzmarkt kann man sich nicht nur an einem ausgezeichneten Hackbraten delektieren, sondern auch den Test in der Disziplin «Besen-Balance» wagen. Das Angebot wurde von einem vorwitzigen Betrachter gleich als «Hexen-Turnen» apostrophiert. Die wahre «Häxechuchi» aber brodelt am prächtig dekorierten Stand von Marianne Bolliger («Zauberhaft») und Christina Jost («Arte del benessere») unter der romantischen Platanenallee am Graben.

a_IMG_5898
21 Bilder
a_IMG_5900
a_IMG_5905
a_IMG_5919
a_IMG_5885
a_IMG_5924
a_IMG_5805
a_IMG_5775
a_IMG_5820
a_IMG_5870
a_IMG_5828
a_IMG_5836
a_IMG_5785
a_AB7J5835
a_AB7J5847
a_AB7J5738
a_AB7J5801
a_AB7J5804
a_AB7J5819
a_AB7J5766
a_AB7J5772

a_IMG_5898

Chris Iseli

Noch immer reichlich «verhext» erscheinen manchem Benutzer des öffentlichen Verkehrs die Billett-Automaten von AAR bus+bahn. Am MAG-Stand vor der Valiant-Bank kann man nun ganz ungeniert üben. «Tescht mi, drück mi!» heisst die Aufforderung. Und wer nach dem kostenlosen Ausprobieren noch nicht genug von Geisterhaftem hat, kann vor Ort für den 31. Oktober eine «Halloweenfahrt» mit dem «farbige Bähnli» von Aarau nach Menziken buchen. Wer im Bereich Schlossplatz (wie Marcel Suter vom MAG-Vorstand) nicht weniger als drei Hörtests überstanden und auch dem Reutlinger Weinbrunnen mit einem Glas Rotenberger Trollinger (Referenzen beim MAG-Urgestein Ruedi Brack) zugesprochen hat, kann sich im Kasinogarten zwischen dem Weinzelt Vinorama und dem äusseren Graben im «Chäs-Schnitte-Zelt» der Offiziersgesellschaft Aarau und der Reitsektion Arizona niederlassen und unter einem Tarnnetz quasi unsichtbar in militärischen Erinnerungen schwelgen.

Apropos feldgraue Nostalgie: In der Markthalle bietet die Stützpunktfeuerwehr Aarau auch am Jubiläums-MAG ihre schmackhafte «Suppe mit Spatz» an. Wer Glück hat, wird gar von Kommandantin Margrit Stüssi persönlich bedient. Gäste, die ein Trinkgeld geben, kommen in den Genuss eines richtigen Einsatzfeelings, dreht sich doch zum Dank für ein paar Sekunden ein Blaulicht. Wers nicht glaubt, mache den Versuch, er hat noch Zeit bis morgen Sonntag, 18 Uhr, ehe es am MAG 2012 wieder «Ende Feuer» heisst.