Im Foyer des Stadtmuseums sitzen generationen- und geschlechterübergreifend Menschen an Tischen und spielen Magic, ein Spiel mit Karten. Die Spielstatt Aarau geniesst Gastrecht. Zwei Stockwerke tiefer sind ein Dutzend Gamer, durchweg jüngere Männer, am Gamen. Die Ausstellung «Play» deckt an diesem Tag das analoge und das digitale Spielen in der Praxis ab. Sie laufe übrigens gut, weiss Isabelle Gautschi am Empfang: «Zum Besuch dieser Ausstellung animieren für einmal Kinder ihre Eltern und Grosseltern.»

E-Sports in der Unterwelt

In der Unterwelt sind E-Sports Trumpf. Wintergames. Mit klassischen Sportarten hat das nichts zu tun, obwohl der E-Sport um olympische Anerkennung kämpft. Vielmehr sind es Computerspiele. Vier Dreierteams kämpfen um den Sieg. «Move or die» heisst das erste Spiel. «Eine Premiere», sagt Mitorganisator Manuel Oberholzer zu diesem Wettkampf, wo das vielseitigste Schweizer Gaming-Team gesucht wird. Der 27-jährige Betriebswirtschafter gehört einem Start-up-Unternehmen (myinsanity.ch) an, das Anlässe mit Computerspielen organisiert.

Gespielt werden elf verschiedene Games, die erst zwei Tage vor dem Anlass bekannt gegeben wurden. Denn Übung macht auch hier den Meister. Sport? Für den Software-Entwickler Elia Del Favero vergleichbar mit Schach. Reaktionsfähigkeit, Strategie, Adaption der gegnerischen Strategie, das seien die Herausforderungen. Und im Teamwettkampf, so Oberholzer, sei die Kommunikation wichtig. Also nichts für blosse Nerds mit autistischer Schlagseite. Und Energy-Drinks gelten nicht als Dopingmittel.

Live-Stream

Bei den Einzelwettkämpfen wird viel gelacht und gejubelt. Konzentration, aber nicht Verbissenheit, schliesslich ists ein fröhliches Spiel, und als Preis lockt kein Geld, bloss ein Pokal. Wer glaubt, auf dem Land werde nicht so gespielt, irrt. Der Aarauer Event wird in die ganze Welt übertragen (twitch.tv), und die Welt kommentiert auf dem Stream-Chat. Und das einzige Team, das sich online qualifizieren musste – die anderen wurden eingeladen – stammt aus dem Urnerland. «Ich bin schon aufgeregter als zu Hause am PC», lacht der 19-jährige Schreinerlehrling Fabio Zanolari. Übrigens: Der Moderator notiert die Zwischenresultate ganz analog auf einer Flipchart.