Aarau

Macherinnen der Designmesse «in&out»: «Würden wir aussetzen, wäre der Aufschrei gewaltig»

Die beiden Macherinnen der Designmesse «in&out» vor der Aeschbachhalle: Brigitte Hürzeler (l.) und Maja Baumann.

Die beiden Macherinnen der Designmesse «in&out» vor der Aeschbachhalle: Brigitte Hürzeler (l.) und Maja Baumann.

In einer Woche öffnet die Designmesse «in&out» zum 13. Mal ihre Türen. Diesmal in der Aarauer Aeschbachhalle.

Patina haben beide. Klebte in der Alten Reithalle der Staub des Sägemehls an den Kalkwänden, sind es in der Aeschbachhalle Farbschichten der Graffiti. Doch während die Aeschbachhalle bereits aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde, sind die Umbauarbeiten an der Alten Reithalle wegen einer Submissionsbeschwerde sistiert. Für mindestens eineinhalb Jahre wird in der Alten Reithalle kein Anlass stattfinden. Auch nicht die «in&out», die Messe für Schweizer Design, die hier die letzten drei Jahre gastierte. Sie findet dieses und nächstes Jahr in der Aeschbachhalle statt.

Der Entscheid für einen temporären Umzug ist den beiden Ausstellungsmacherinnen Brigitte Hürzeler (aus Schönenwerd) und Maja Baumann (aus Erlinsbach SO) nicht leichtgefallen, so gross ist ihre Begeisterung für die Alte Reithalle. Doch mit der Aeschbachhalle haben sie einen guten Ersatz gefunden. «Es ist eine tolle Halle, auch sie hat Geschichte zu erzählen und hat ein cooles Ambiente», sagt Brigitte Hürzeler. Ausserdem sei sie direkt beim Bahnhof optimal gelegen. Aussteller wie Besucher würden sich laut ersten Rückmeldungen auf die Aeschbachhalle freuen. «Vor allem auf die warmen Temperaturen», sagt Brigitte Hürzeler und lacht. In der Vergangenheit waren kalte Füsse und Hände in der erst ungeheizten, später mit Gebläsen angewärmten Reithalle ein Problem.

Doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze

Bei aller Freude auf etwas Neues – für die Ausstellungsmacherinnen hat der Umzug in erster Linie viel Mehrarbeit bedeutet. Und Verzicht. Denn die Fläche der Aeschbachhalle beträgt nur etwa drei Viertel der Alten Reithalle, verteilt auf vier Räume. «Wir mussten aus rund 160 tollen Anmeldungen 83 Aussteller aussuchen», sagt Maja Baumann. Das sind rund 15 weniger als gewohnt.

Leicht sei ihnen das Aussieben nicht gefallen. Aber es ist eine gelungene Mischung entstanden mit Ausstellern aus den Bereichen Mode, Möbel, Wohnaccessoires, Schmuck, Textil, Keramik, Karten und Papeterie, darunter verschiedene Gewinner von nationalen und internationalen Design-Preisen. Dazu kommen verschiedene Start-ups, die sich zu günstigen Konditionen erstmals einem grossen Messepublikum präsentieren können. Was die 83 Aussteller eint, ist das Schweizerische: Wer an der «in&out» ausstellt, arbeitet und produziert in der Schweiz.

Mit grossen Pfeilen in die richtige Richtung

Eine örtliche Verlegung einer Veranstaltung ist nicht ungefährlich, dessen sind sich Brigitte Hürzeler und Maja Baumann bewusst. Damit die Besucherinnen und Besucher nicht aus lauter Gewohnheit in Richtung Innenstadt aufbrechen, haben die beiden am Bahnhof verschiedene Plakatwände gebucht, auf denen die Zugreisenden ins Aeschbach-Quartier geleitet werden.

Ein Aussetzen des Anlasses ist für Brigitte Hürzeler und Maja Baumann nicht infrage gekommen. «Würden wir das tun, wäre der Aufschrei gewaltig. Für viele Aussteller ist die ‹in&out› die beste und wichtigste Plattform, um neue Kunden zu akquirieren», sagt Hürzeler. Erwartet werden gegen 6000 Besucher aus der ganzen Schweiz, insgesamt wurden 35 000 Kataloge verschickt.

«Wir können behaupten, uns mit der ‹in&out› zur wichtigsten Messe für Schweizer Design gemausert zu haben», sagt Brigitte Hürzeler. Erst von den Zürcher Ausstellern belächelt, kommen sie heute alle gern in die Provinz, wollen sogar jedes Jahr wiederkommen. «In Aarau machen sie ihre Rekordumsätze», sagt Hürzeler. Denn kommen die Besucher in Zürich, um gesehen zu werden, kommen sie in Aarau, um etwas zu sehen. «Unsere Besucherinnen und Besucher sind ausgesprochen angenehm und interessiert. Und ja, vielleicht ist es die Gemütlichkeit der kleinen Stadt, die es so gelassen und unaufgeregt macht.»

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