Buchs

«Little Istanbul» im Wandel – diese Projekte sind am Sorgenkind Aarauerstrasse geplant

Mehrere Laden- und Restaurantprojekte an der Aarauerstrasse beschäftigen die Buchser Baubehörden.

Die Aarauerstrasse ist das planerische und – zumindest in den Augen bürgerlicher Kräfte – auch gesellschaftliche Sorgenkind der Gemeinde Buchs. In der neuen Bau- und Nutzungsordnung (Mitwirkung läuft) will der Gemeinderat der Entwicklung zu einem Schub verhelfen, indem er eine höhere Ausnutzung der Parzellen erlauben will, wenn der Bauherr im Gegenzug besonderes Augenmerk auf eine hochstehende Bauweise legt. Doch das ist Zukunftsmusik. Vorderhand hat die Aarauerstrasse viel alte Bausubstanz und tiefe Mieten.

Den Erdgeschossnutzungen merkt man an, dass hier öfter Menschen ein Business aufziehen wollen, die mit den gesetzlichen Vorgaben und der wirtschaftlichen Realität in der Schweiz nicht vertraut sind. Die Fluktuation ist entsprechend hoch. Und in den letzten ein bis zwei Jahren ist es mehrfach vorgekommen, dass die Gemeinde zwar Baugesuche abwickeln musste und damit viel Arbeit hatte, am Schluss aber nichts Nachhaltiges daraus entstand. Bewilligt hat die Gemeinde das Umnutzungsgesuch vom Coiffeursalon zum Verkaufsladen für türkische Keramik im Haus 4/6. Das Projekt wurde aber nie realisiert. Dafür liess sich im Handelsregister Anfang Februar die Kollektivgesellschaft «Eritrean Restaurant» eintragen. Zwei Männer, ein Eritreer und einer mit unbekannter Staatsangehörigkeit, wollen in der Hausnummer 6 offenbar ein Restaurant eröffnen. Bei der Gemeinde weiss man zwar von dem Vorhaben. Das notwendige Baugesuch  – inklusive Parkplatznachweis – sei aber bisher nicht eingegangen.

Betrieb oft an sieben Tagen pro Woche

Dafür liegen derzeit drei andere Baugesuche für Liegenschaften an der Aarauerstrasse bei der Buchser Bauverwaltung auf. In der Hausnummer 26, der ehemaligen Apotheke, soll eine Bäckerei-Konditorei mit einer Kaffeestube einziehen. Der Absender des Baugesuchs, Coskun Dündar, wohnt im Haus. Er plant die Produktion der Backwaren im Untergeschoss und die Restauration samt Gartenwirtschaft im Erdgeschoss. Die Umbaukosten werden auf 150000 Franken veranschlagt. Sowohl die Backstube als auch die Kaffeestube und die Gartenwirtschaft sollen laut Baugesuch an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein, abends bis 22 Uhr respektive 24 Uhr (Freitag/Samstag) und 20 Uhr (Sonntag). In der Backstube arbeiten künftig zwei Bäcker/Konditoren, im Gastraum drei Angestellte. Draussen soll neben dem Haus ein Gartenplatz mit 30 Sitzplätzen entstehen. Anstelle eines bestehenden Fensters wird laut Plan neu eine Tür zum Gartenbereich erstellt. Der Laden soll gemäss Baugesuch-Visualisierung «Sweat Cakes» heissen, wobei angenommen werden kann, dass der Gesuchsteller «Sweet Cakes» – also süsse Kuchen – meint und nicht «Schweiss-Kuchen».

«Ich fühle mich hier sehr willkommen» – Stimmen und Eindrücke aus der Aarauerstrasse in Buchs.

«Ich fühle mich hier sehr willkommen» – Stimmen und Eindrücke aus der Aarauerstrasse in Buchs. (Februar 2019)

In der Hausnummer 4, wo ursprünglich der Keramik-Laden geplant war und wo auch vage Pläne für ein eritreisches Restaurant bestehen, soll laut einem weiteren Baugesuch ein Lebensmittelgeschäft einziehen. Der Bauherr, Enayatullah Chodja aus Brittnau, will in seinem Laden Reis, Gewürze, Trockenfrüchte, Wurstwaren Haushaltwaren sowie afghanische Spezialitäten anbieten. Auch dieser Laden mit zwei Mitarbeitenden soll an sieben Tagen pro Woche offen sein (Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr, Sonntag von 9.30 bis 17.30 Uhr).

Für die Aarauerstrasse 30 liegt ein nachträgliches Baugesuch für «Eigenreklame» auf. Der Gesuchsteller, Ilkhan Züflü, hatte offenbar verpasst, die Werbung bewilligen zu lassen, als er das Lebensmittelgeschäft «Mega Fresh Market» übernahm. Das hat in der Nachbarschaft schon starkzureden gegeben.

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