Aarau

Linksautonome Zeusler stehen wegen Brandstiftung vor Gericht

Brandstiftung im Zelgliquartier in Aarau, dahinter steckten Linksautonome

Brandstiftung im Zelgliquartier in Aarau, dahinter steckten Linksautonome

Zwei junge Männer zündeten 2009 im Zelgliquartier in Aarau fünf Luxusautos an. Morgen Mittwoch stehen sie vor dem Aarauer Bezirksgericht. Ihnen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

2009 ging im Aarauer Zelgliquartier der Feuerteufel um. Zwischen Mai und November brannten insgesamt acht Autos. Es handelte sich dabei fast ausschliesslich um Fahrzeuge der gehobeneren Klasse. BMW, Mercedes und Range Rover wurden Opfer der Flammen. Bei zwei der Brände waren auch die Besitzer der Fahrzeuge in Gefahr, da die Flammen drohten, auf die Wohnhäuser überzugreifen.

Gegen Ende des Jahres konnte die Polizei einen Erfolg vermelden: Sie verhaftete zwei damals 20-Jährige. Fünf der acht Brände konnten den beiden Verhafteten zugeordnet werden.

Urheberschaft Autobrände Aarau

Die Zeusler von Aarau

Bei den beiden jungen Männern handelt es sich um Linksautonome. Sie hatten unter anderem die beiden Fahrzeuge von Marc Dübendorfer, damaliger Präsident der SVP Aarau-Rohr und heutiger Aarauer Einwohnerratspräsident, angezündet. «Politische Motivation hin oder her: Für mich sind das schlicht Kriminelle», sagte der Politiker damals gegenüber der az Aargauer Zeitung.

Die beiden Brandstifter kommen aus gutem Hause und wohnten in der gleichen Region wie ihre Opfer: im Aarauer Zelgliquartier. Neben den angezündeten SVP-Karossen steckten die Linksautonomen auch einen Patrouillenwagen der Stadtpolizei Aarau in Brand.

Doch die jungen Männer begnügten sich offensichtlich nicht mit dem Anzünden von Luxuskarossen. Sie werden verdächtigt, auch Farbanschläge und Sprayereien mit antifaschistischen Parolen begangen zu haben.

Juso-Vergangenheit

Der damalige Juso-Präsident Cédric Wermuth distanzierte sich sofort von solchen Gewalttaten, als er vernahm, dass einer der mutmasslichen Täter zwei Jahre zuvor als Nationalrat auf der Liste der Aargauer Juso stand. Zum Zeitpunkt der Taten war er aber bereits nicht mehr Mitglied der Partei.

Als die beiden Linksautonomen in Untersuchungshaft sassen, erhielten sie Unterstützung und Solidaritätsbekundungen auf Websites. Zudem demonstrierten in Aarau Linksautonome zugunsten der inhaftierten «Genossen». Doch die jungen Männer blieben in Haft. Da sie laut Untersuchungsrichter nicht im geringsten kooperierten, dauerte die Untersuchungshaft insgesamt 46 Tage.

Lange Freiheitsstrafe droht

Vor Gericht müssen die Beschuldigten sich den Anklagepunkten der Sachbeschädigung (politisch motivierte Schmierereien) und der mehrfachen qualifizierten Brandstiftung stellen. Ihnen könnten Freiheitsstrafen von mindestens drei Jahren drohen. Dies, weil bei den zwei Bränden in der Nähe der Wohnhäuser eine Gefahr für Leib und Leben bestanden hatte.

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