«Damit wir die Spannung erhalten können, werden wir bis zur Eröffnung keine weiteren Bilder der wachsenden Ausstellung posten», heisst es auf der Internet-Seite. In zehn Tagen ist es so weit: Am Sonntag, 25. März, wird auf dem Schloss Liebegg das «Hexenmuseum Schweiz» eröffnet. Neben Ansprachen gibt es dann «Schlosshäxe- Met»-Degustation. Das Museum wird unter anderem in Vollmondnächten sowie jeweils am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag geöffnet sein.

Das Leben unter der Woche ist auf der Liebegg sehr willkommen. Am Samstag/Sonntag ist die Burg sehr gut genutzt. Ihre Räume könnten teilweise bis zu drei Mal für Hochzeiten vermietet werden. Aber sonst wäre die Liebegg froh, sie würde etwas mehr geliebt. Das war an der Generalversammlung des Vereins Schloss Liebegg, an der auch Regierungsrat Markus Dieth teilnahm, zu erfahren.

Schwierige Lage

Der Schloss-Brunch hat immer mehr Fans, die Metzgete war erneut vier Mal ausgebucht. «Mit dem Besucheraufmarsch bei den Anlässen sind wir mehrheitlich zufrieden», erklärte Präsident Urs Bachmann gemäss einem Bericht im «Wynentaler». Deutlich weniger zufrieden sei man mit der Entwicklung des Betriebsjahres. «Es sind vor allem die Seminare und die Buchungen während der Woche, die weiter zurückgegangen sind.» Einerseits habe die Konkurrenz zugenommen, andererseits sei die Nachfrage nach Kurzseminaren gestiegen. «Und für diese Formate ist die Lage und Erreichbarkeit nicht gerade optimal», so Bachmann. Deshalb werde auch hier die Strategie überarbeitet.

Seit dem Abschluss der Liebegg-Sanierung im Jahr 2002 ist es dem Verein mit seinen Helfern gelungen, das Schloss mit Leben zu füllen. Und er war dabei bis 2015 finanziell auch sehr erfolgreich.

Die Aufgabenteilung ist folgendermassen: Der Kanton kümmert sich als Burg-Besitzer um die Gebäude, der Verein um den Betrieb. Der Kanton leistet zudem eine jährliche Defizitgarantie von 80'000 Franken. Diese musste 2016 ein erstes Mal in Anspruch genommen werden. Und auch jetzt wieder im Jahr 2017. Laut «Wynentaler» betrug das Defizit 63'360 Franken – nahezu gleich viel wie im Vorjahr.

Mit zum enttäuschenden Ergebnis beigetragen hat der Kanton, der letztes Jahr auf der Liebegg 34 Prozent weniger Seminare buchte – um zu sparen. Mit einem neuen Werbeauftritt und attraktiven Pauschalen für Tagungen und Seminare versuchen die Betreiber des Schlosses nun, neue Kunden anzulocken. Zudem stellt der Vereinsvorstand die Schaffung eines Fonds zur Diskussion, aus dem Spezialanlässe und -projekte finanziert werden sollen.

Wichtiger Anziehungspunkt

Der «Verein Schloss Liebegg» hat einen stabilen Vorstand und ist selber kerngesund. Zwar sanken die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen minim auf 33'970 Franken, doch hat der Verein noch immer ein Vermögen von 112'520 Franken. Dieses Jahr sollen davon 9000 Franken abgebaut werden.

Das Hexenmuseum befand sich bis im Herbst in Auenstein. Es wird von Wicca Meier-Spring betrieben. Sie bezeichnet sich als «Schlosshexe». Laut «Wynentaler» brachte Regierungsrat Markus Dieth zum Ausdruck, dass das Hexenmuseum ein wichtiger Anziehungspunkt für die Liebegg sein wird.

Geheimnisvoll wird die Sache auf jeden Fall. Im letzten Herbst posteten die Initianten: «Der alchemistische Prozess der Verbindung, Trennung und Neuschaffung vieler Elemente läuft auf Hochtouren und alle sind gespannt, was dabei herauskommt.» Ab 25. März wissen wir es.