Buchs/Rohr
Letztes Jugendfest wird noch einmal bunt – so geht es danach weiter

Künftig organisiert die Kreisschule Buchs-Rohr kein Jugendfest mehr – und doch geht es weiter. Dafür wird die Gemeinde Buchs eine Kommission einsetzen.

Nadja Rohner
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Seit 2003 organisierte die Kreisschule Buchs-Rohr alle zwei Jahre ein Jugendfest in Buchs oder Rohr (Bild: 2007).

Seit 2003 organisierte die Kreisschule Buchs-Rohr alle zwei Jahre ein Jugendfest in Buchs oder Rohr (Bild: 2007).

Marcel Siegrist

Am nächsten Wochenende finden hüben und drüben Jugend- und Dorffeste statt. Das symbolträchtigste wohl in Buchs – es handelt sich um das allerletzte Jugendfest, das die alte Kreisschule Buchs-Rohr organisiert. «Wir wollen bewusst nicht in eine melancholische Stimmung verfallen», betont Ueli Frey, Präsident der Kreisschulpflege. «Es geht ja nachher weiter.»

Dass die Kreisschulfusion Einfluss haben würde auf die grossen Schul-Feste, das war bekannt. Im Vordergrund des Wandels stehen hier weniger die Feiern der einzelnen Schulhäuser (etwa Räbeliechtli-Umzüge und dergleichen), sondern die grossen Kisten: Maienzug und Bachfischet auf der Aarauer Seite respektive das Jugendfest der Kreisschule Buchs-Rohr.

Mal in Buchs, mal in Rohr

Vor der Gründung der alten Kreisschule – also vor 2001 – hatte es in beiden Gemeinden je ein eigenes Jugendfest gegeben. Seit es die Kreisschule Buchs-Rohr gibt, feiert man im Zweijahresrhythmus abwechselnd mal in Buchs, mal in Rohr. Das führte dazu, dass die Rohrer 2013 sowohl ein Fest vor der Haustüre als auch den Maienzug hatten –ein wahres Fest-Jahr. 2017 wären wieder die Rohrer dran gewesen – im Hinblick auf die Gründung der neuen Kreisschule Aarau-Buchs hatte man die grosse Sause aber vertagt und stattdessen mit dem «Happy Friday» einen eintägigen Schulanlass organisiert.

Künftig wird es im Stadtteil Rohr kein eigenes Fest mehr geben. Wohl aber in der Gemeinde Buchs – aber nicht mehr von der Schule organisiert, sondern von der Gemeinde. Diese wird dafür eine Kommission einsetzen. Schon bei der diesjährigen Ausgabe habe man darauf geachtet, auch die Vereine stark in die Organisation einzubinden, so Schulpflegepräsident Frey. Künftig lädt die Gemeinde als Organisatorin die Schulen zur Mitwirkung ein – gleich, wie es in Aarau mit dem Maienzug gemacht wird.

In welcher Form das passieren wird, ist noch nicht klar, und zwar sowohl beim Maienzug als auch beim Jugendfest Buchs. Im Bericht zur Ausarbeitungsphase der neuen Kreisschule heisst es: «Denkbar ist, dass die Kreisschule Aarau-Buchs die Teilnahme an den drei Feierlichkeiten unter Berücksichtigung der Schulstufe (Kindergarten, Primarschule, Oberstufe), des Schulstandortes oder des Wohnortes regelt. Mit dieser Neuregelung entwickeln sich diese identitätsstiftenden Feierlichkeiten im Sinne der Tradition weiter.» Aarau (inklusive Rohr) hat rund 1900 Schüler, Buchs rund 800 (Stand September 2015).

Wer wo, in welcher Form mittut, muss also noch entschieden werden. Grund zur Panik besteht allerdings nicht – man hat noch immer eine Lösung gefunden. Auch nach der Fusion von Aarau mit Rohr 2010. Es war klar, dass auch die Kinder aus dem neuen Stadtteil am Maienzug dabei sein sollen – doch wie? Zunächst liess die Schulpflege Buchs-Rohr im Februar 2010 verlauten, dass die Rohrer Kinder an den Maienzug dürften, während die Buchser schon einen Tag früher in die Sommerferien entlassen werden sollten.

Das kam allerdings nicht gut an, von einer «Zweiklassengesellschaft» war die Rede. Worauf die Maienzugkommission im Mai 2010 verkündete, es sei dem Stadtrat am Herzen gelegen, die ganze Kreisschule dabeizuhaben. «Dieses Jahr werden nicht nur die Rohrer Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal am Festtag teilnehmen, sondern auch solche aus Buchs», teilte sie mit. Um den plötzlichen Teilnehmerzuwachs bewältigen zu können, wurde der Start von Umzug und Morgenfeier vorverlegt (auf die Zeiten, die heute noch gelten).

«Mit sanften wohlüberlegten Änderungen haben es Stadtrat und Maienzugkommission stets verstanden, die Attraktivität des traditionellen Festes zu wahren», hiess es 2010 in der Me- dienmitteilung. Für die Ausgabe 2019 laufen die Diskussionen im Hintergrund bereits.

Das Programm: So feiert die Schule ihr letztes Jugendfest

Für Kreisschulpflege-Präsident Ueli Frey ist der Umzug am Samstag (9 Uhr) das Highlight des Jugendfestes – etwa 1500 Personen werden daran teilnehmen. Die Route führt vom Schulhaus Risiacher via Lenzburgerstrasse–Oberdorfstrasse–Brummelstrasse–Mitteldorfstrasse zur Brauerei (hier findet ein Kontermarsch statt) und endet beim Festplatz Gysimatte.

Los gehts am Freitagabend (18 Uhr) mit den Tambouren (Harmoniemusik Buchs und Kadetten Aarau), danach gibts Festbetrieb (bis 2 Uhr) mit zahlreichen Vereinsbeizli und Lunapark. Die Schüler tragen Fussballmatches aus, die Bez-Schülerinnen tanzen zum Motto «Together in a unique way» - also «gemeinsam einzigartig»; der Leitspruch, der die Kreisschule schon durchs ganze Jahr begleitet. Ausserdem gibts am Freitagabend zwei Konzerte («Groovin’ Bass» und «Clin Tonics»).

Am Samstag fallen schon um 7 Uhr zehn Böllerschüsse, die Beizli gehen um 10 Uhr auf. Nach dem Umzug gibts um 10.30 Uhr die Festansprache von Ueli Frey, danach ein buntes Bühnenprogramm der Schülerinnen und Schüler, ein Platzkonzert der Harmoniemusik, Trampolin und Kletterwand sowie diverse Wettspiele. Am Abend spielen junge Musikerinnen und Musiker der Kreisschule («Solid Groove») sowie «West 7» und «Pfistermen friends»). Am Sonntag sind von 10 bis 17 Uhr nochmals Lunapark und Festbeizli in Betrieb. (NRO)