Im November 2018 hat die Oberentfelder Gemeindeversammlung mit grossem Mehr bei zwei Gegenstimmen mit der Gewährung eines Bruttokredits von 620 000 Franken grünes Licht gegeben für die letzte Etappe der Altlastensanierung im Bereich der 2002 stillgelegten Schiessanlage Römergut. Nachdem vor acht Jahren bereits die 25-m- und die 50-m-Schiessanlage sowie der Bereich der 300-m-Anlage beim Schützenhaus dekontaminiert worden sind, geht es aktuell nur noch um die Sanierung des 300-m-Scheibenstands samt Kugelfang.

Die Kosten des Projekts, das nun bis zum 25. Februar im Rahmen des ordentlichen Baugesuchsverfahrens im Gemeindehaus öffentlich aufliegt, werden von Bund (mit 232 000 Franken) und Kanton (mit 185 000 Franken) mitfinanziert – unter Voraussetzung, dass mit dem Sanierungsziel eine uneingeschränkte und zonenkonforme Nachfolgenutzung garantiert werden kann. Letzten Endes kostet das Ganze die Gemeinde Oberentfelden also netto 203 000 Franken. Da Bund und Kantone ihre Beiträge nach erfolgter Sanierung freigeben, muss die Gemeinde das Vorhaben – zumindest im Voraus – als Ganzes finanzieren.

Der 300-m-Scheibenstand liegt am Fuss des bewaldeten Hügels Schornig. Der grösste Teil des Kugelfangs befindet sich in der Landwirtschaftszone. Betroffen sind die Parzelle 2221 und ein Teil der grossen Wald-Parzelle 223. (Auf dieser wurde im Jahr 2008 im Rahmen einer ökologischen Aufwertung, bei der zwei Weiher angelegt wurden, schon eine Teildekontamination vorgenommen.) Die Belastung des Bodens in diesem Gebiet wurde schon 2004 ein erstes Mal untersucht.

Eistelbodenbächlein im Fokus

Da sich inzwischen die Rechtsgrundlagen geändert haben, wurde der CSD Ingenieure AG ein neuer Bericht in Auftrag gegeben, der 2018 abgeliefert wurde. «Im Vergleich zur Untersuchung», heisst es in diesem Bericht, «liegt die Schiessanlage durch die Änderung der Gewässerschutzkarte neu im Gewässerschutzbereich Au (Gebiet mit nutzbaren Grundwasservorkommen), womit das Grundwasser neu als relevantes Schutzgut zu betrachten ist.»

Neu war nun bei der Untersuchung neben dem Blei als weiteres umweltschädliches und in der verwendeten Munition enthaltenes Schwermetall auch Antimon mit einzubeziehen. Neu musste zudem nun auch das Oberflächengewässer Eistelbodenbächlein als relevantes Schutzgut betrachtet werden, «da es sich gemäss neuen Erkenntnissen innerhalb der als gefährdet bezeichneten Zone befindet». Die Expertise hat jedoch, wie es im Bericht heisst, ergeben, dass eine Gefährdung des Bächleins durch einen Eintrag von Blei und Antimon trotz der Nähe zum Kugelfang bei der bestehenden Situation als eher gering einzustufen sei. Dies vor allem, weil die topografischen Gegebenheiten bei den üblichen Regenfällen keine direkten Fliesswege des Niederschlagswassers ins Eistelbodenbächlein ermöglichen würden.

Als exponiert wird in der Studie hingegen das Grundwasser bezeichnet. Es sei durchaus möglich, liest man, dass die Schadstoffe des Prellhangs und eventuell auch des Kugelfangs ins Grundwasser gelangen könnten. Auch in Bezug auf das Schutzgut Boden wird eine Sanierung durch Dekontamination als notwendig bezeichnet. Insbesondere um den Scheibenstand herum, aber auch am Prellhang, wurden hohe Bleigehalte von über 2000 ppm gemessen.

Rodungsgesuch nötig

Der Sanierungsperimeter umfasst rund 1600 m2. Davon liegen 876 m2 im Wald. Aus diesem Grund musste ein Rodungsgesuch gestellt werden. Der Schutz des Grundwassers und des Bodens, heisst es darin, übertreffe im vorliegenden Fall das Interesse des Forstes. Nach der Sanierung wird im Übrigen auf der gerodeten Fläche innert Jahresfrist wieder aufgeforstet. Allerdings ist inzwischen auch die andere Hälfte des Sanierungsperimeters teilweise stark mit Sträuchern und Jungbäumen bewachsen, sodass auch hier vor der Sanierung gerodet beziehungsweise gemäht werden muss.

Die Altlastensanierung selber soll zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Fünf bis sieben Tage werden voraussichtlich für Geländeanpassungen und die Rekultivierung benötigt. Die Arbeiten sollen möglichst bei trockener Witterung über die Bühne gehen. Bei Regen müssen sie eingestellt werden.