Lesen wird teurer: Weil die Einnahmen in der Stadtbibliothek laufend zurückgehen, müssen die Gebühren nun schon wieder erhöht werden. Die letzte Anpassung nach oben gab es im Jahr 2012. Neu sollen zum Beispiel erwachsene Aarauer 40 Franken pro Jahr zahlen (statt 36), Kinder 7 Franken (statt 6).

Der Stadtrat legt dem Einwohnerrat im Oktober das entsprechende Geschäft zur Beschlussfassung vor. Eine erneute Anpassung des Gebührenreglements sei unumgänglich, schreibt der Stadtrat in der Botschaft. Dies, obwohl die Stadtbibliothek Aarau «bereits heute mit den Gebühren im Vergleich zu anderen Städten im oberen Segment liegt». Denn im Rahmen von Stabilo 2 muss die Stadtbibliothek ab 2017 ihren Nettoaufwand senken.

DVD-Ausleihen eingebrochen

Die Zahl der eingeschriebenen Bibliotheks-Kunden sei rückläufig, wenn auch nur leicht, schreibt der Stadtrat. Konkret gibt es heute rund 20 Prozent weniger Kunden als vor zehn Jahren, das entspricht einem Rückgang von gut 900 Personen. Stabil geblieben ist die Zahl der Ausleihen insgesamt.

Stark gesunken sind hingegen die Ausleihezahlen bei den DVD-Spielfilmen sowie die Nutzungsgebühren für das bibliothekseigene Internet. Beides ist dem Zeitgeist geschuldet. Der Einnahmen-Rückgang beträgt bei diesen Sparten knapp 60 Prozent gegenüber 2006. Im Falle der DVDs heisst das: minus 53 700 Franken.

Und nicht nur im Strassenverkehr werden derzeit weniger Bussen verteilt, auch die Mahngebühren für zu spät retournierte Bücher fliessen nicht mehr so wie einst. Das Problem ist hausgemacht: Im Jahr 2010 wurden Erinnerungsmails eingeführt, die drei Tage vor Ablauf der Ausleihfrist beim Kunden eintrudeln. Seither haben sich die Einnahmen durch Mahngebühren mehr als halbiert und betragen nun noch gut 3100 Franken pro Jahr. Erfreulich: Die Aboeinnahmen sind um 15 Prozent gestiegen – allerdings vor allem dank der Gebührenerhöhung im Jahr 2012.

Nun will der Stadtrat nicht nur Gebühren erhöhen, sondern auch neue Abo-Modelle einführen. Geplant ist zum Beispiel eine DVD-Flatrate. Heute kostet die Ausleihe einer DVD 3 Franken. Mit der Flatrate kann man künftig für pauschal 25 Franken jährlich so viele Spielfilme ausleihen, wie man will.

Für Vielnutzer wird ein «Bibliotheks-GA» geschaffen. Es kostet 160 Franken. Dafür fallen laut der stadträtlichen Botschaft alle Einzelgebühren weg – für DVDs, für Bestseller, für Reservationen. Mit dem «GA» soll man eine unbeschränkte Anzahl Medien ausleihen und das Internet umsonst nutzen können. Dem Stadtrat schweben auch Zusatznutzen wie Kafi-Bons oder Vergünstigungen für Kulturveranstaltungen vor. Die neuen Gebühren sollen, so die «vorsichtige Prognose» des Stadtrats, ab 2017 Mehreinnahmen von 20 000 Franken jährlich bringen.