Lenzburg
Lenzburger Lehrer lehren ihren Schülern jetzt auch das Jäten

Schüler reissen im Wald Neophyten aus: So kommen sie zu einem Naturerlebnis und die Forstdienste Lenzia ihrerseits werden die unerwünschten Pflanzen los.

Heiner Halder
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Lenzburger Lehrkräfte lernen den unzimperlichen Umgang mit dem unerwünschten Kraut. HH.

Lenzburger Lehrkräfte lernen den unzimperlichen Umgang mit dem unerwünschten Kraut. HH.

Das Drüsige Springkraut ist ein botanischer Masseneinwanderer, welcher in den letzten Jahren in weiten Teilen des Waldes flächendeckend die einheimische Flora verdrängt. Ihm ist nur mit nachhaltigen Massnahmen zu wehren. Die Forstdienste Lenzia mobilisieren nun schon im zweiten Jahr Schulklassen, Naturschutzorganisationen und Bevölkerung zum Kampf gegen das unerwünschte Kraut.

Keine Sisyphusarbeit

Es ist ein Pionierprojekt: Mit vereinten Kräften und auch dem Einsatz von Asylbewerbern wurden bisher rund 68 Hektaren im Lütisbuech und im Lind mit fleissiger Handarbeit von den invasiven Pflanzen befreit. Der Einsatz scheint manchmal wie Sisyphusarbeit, doch er lohnt sich: Die Verminderung der violett blühenden hohen Stängel ist deutlich sichtbar. Noch vor den Sommerferien wird jetzt die nächste Etappe aufgegleist. Die Initiative für einen weiteren Einsatz der Schuljugend ging von der Lenzburger Lehrerschaft aus. Dieser Tage liessen sich 14 Lehrkräfte von Projektleiter Markus Dietiker vor Ort im Kampf gegen

Nicht nur billige Arbeitskräfte

Tatort ist wiederum das Lütisbuech, wo entlang dem Bühlbrunnenweg rund 300 Meter hangaufwärts gerodet wird. 13 Schulklassen werden hier je einen halben Tag verbringen. Die Nachkontrollen übernimmt die Naturschutzorganisation Pro Natura. Die Jugendlichen sollen nicht nur als billige Arbeitskräfte dienen, sondern auch mit der Natur hautnah in Kontakt kommen; immerhin gibt’s 100 Franken in die Klassenkasse.

Weitere Aktionen werden vom Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg mit der Berufsschule während dreier Tagen Ende Juni organisiert, täglich rupfen 150 Berufsschüler Pflanzen aus. Auch Creanatira ist mit Asylanten im Juli in Lütisbuech und Lind am Werk. Die Nachkontrollen werden von Dreierteams während dem ganzen Jahr vorgenommen. Neophytenbekämpfung ist eine «affaire à suivre».