Schönenwerd
Leitungsgruppe der Regionalkonferenz will Aussprache mit Leuthard

Das Vertrauen der Leitungsgruppe der Regionalkonferenz in die Nagra ist beschädigt. Die Bevölkerung habe den Eindruck, dass die Nagra sage, wo es langgeht, sagt Suhrs Gemeindeammann Beat Rüetschi und fordert eine Aussprache mit Doris Leuthard.

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Bundesrätin Doris Leuthard

Bundesrätin Doris Leuthard

Keystone

Die Leitungsgruppe der Regionalkonferenz hat sich an ihrer Sitzung in Schönenwerd mit der Veröffentlichung des internen Nagra-Dokuments befasst, das glauben machen konnte, die Nagra habe die Standorte bereits festgelegt. Im Sachplan ist festgelegt, dass das Bundesamt für Energie BFE Auftraggeberin ist und die Nagra die Auftragnehmerin, die Endlager-Standorte ermittelt.

Leitungsgruppenmitglied Beat Rüetschi, Gemeindeammann von Suhr, stellte dazu fest, dass man in der Bevölkerung die Nagra im Zusammenhang mit der Entsorgung von radioaktiven Abfällen schon sehr viel länger wahrnehme als das BFE: Während die Nagra bereits in den 1980er-Jahren im Zusammenhang mit einem möglichen Endlagerstandort Wellenberg in Erscheinung getreten sei, habe man in der Bevölkerung das BFE erst mit der Initialisierung des Sachplanverfahrens vor einigen Jahren wahrzunehmen begonnen.

Kommunikation spielt nicht

«Die Bevölkerung hat den Eindruck, dass die Nagra sagt, wo es langgeht», folgert Beat Rüetschi. «Das Vertrauen in die Verantwortlichen fehlt nun», so Rüetschi weiter. Die Kommunikation müsse sofort spielen. «Sonst können alle Regionalkonferenzen einpacken», lautete sein Fazit. Einen Schritt weiter ging Vizepräsident Hans Fellmann, alt Gemeindeammann von Gränichen: «Wenn wir nicht bessere Informationen bekommen, müssen wir die Übung abbrechen».

Die Leitungsgruppe akzeptiert nach wie vor den dreistufigen Sachplan zur Eruierung zweier Endlagerstandorte für hoch- respektive schwach- und mittelradioaktive Abfälle als Planungsinstrument. Jedoch erwartet die Leitungsgruppe, dass bis Ende November ein Termin steht für eine rasche Aussprache zwischen den Delegationen aus allen sechs Perimeterstandorten und Energieministerin Doris Leuthard, verbunden mit einer gleichentags anberaumten Pressekonferenz in Bern, in der sich Doris Leuthard erklären soll. (BW)