Jodlerfest (2005), Schwingfest (2007), Schützenfest (2010), Volksmusikfest (2015) und jetzt Eidgenössisches Turnfest (ETF).

Marcel Suter (62) war an allen fünf nationalen Anlässen in Aarau ganz nah dabei. Vier Mal war er im Organisationskomitee, und beim Schwingfest hat er die Bewerbung für Aarau gemacht und dann den Auftritt der Stadt betreut. Beim ETF war Suter Leiter Events.

Ist Aarau eine ideale Stadt für eidgenössische Grossveranstaltungen?

Marcel Suter: Insbesondere von der Lage und der Erreichbarkeit her hat Aarau grosse Vorteile, das haben die Teilnehmer- und Besucherzahlen bewiesen. Bei der Infrastruktur und beim Platzangebot musste immer viel gezirkelt werden. In der Innenstadt fehlen grosse Plätze und im Schachen muss viel gebaut werden.

Die 99 schönsten Bilder vom Turnfest:

Was waren die grössten Unterschiede zwischen den fünf Anlässen, bei denen Sie dabei waren?

Jedes der fünf Feste war anders. Das Jodler- und das Volksmusikfest in der Altstadt waren sehr gemütlich und besonders fröhlich, das Schwing- und Älplerfest gigantisch, das Schützenfest lief über vier Wochen und brauchte Ausdauer und das Turnfest mit 108 Disziplinen und fast 70 000 Aktiven war eine logistische Sonderleistung.

Ein derartiger Grossanlass ist immer auch eine Wette auf das Wetter. Aarau scheint hier das Glück gepachtet zu haben.

Das Wetter war tatsächlich bei jedem der fünf Feste gut und ist natürlich bei solchen Anlässen ganz grundsätzlich ein sehr wichtiger Faktor. Da hatten wir wirklich Glück. Wem wollen wir diese Medaille umhängen? Seien wir doch einfach glücklich!

So schön war die Turnfest-Schlussfeier:

Das ETF 2019 ist Vergangenheit – so schön war die Turnfest-Schlussfeier

Wie erklären Sie sich, dass derartige Veranstaltungen in aller Regel sehr friedlich ablaufen?

Man hat vor eidgenössischen Festen Respekt und weiss, wer daran teilnimmt. Schwinger, Jodler, Turner, Schützen, Volksmusikfreunde – da setzen die Menschen Strukturen. Dazu kommt, dass an diesen Anlässen die Sicherheitsorganisation und die Selbstkontrolle auf höchster Stufe funktionieren. Alle wollen, dass gerade diese Feste eben friedlich verlaufen.

Was wird Ihnen beim Turnfest besonders in Erinnerung bleiben?

Das Turnfest war unter den fünf Festen die grösste Herausforderung. Aber alle im OK wussten, welche Aufgabe sie erwartete, und wir haben es durchgezogen. Das Eindrücklichste ist die erneute Erkenntnis, was Menschen überhaupt zu leisten in der Lage sind. Man fängt in einer kleinen Gruppe an und am Schluss sind es 300 000. Die Zusammenarbeit, die Bereitschaft zum Engagement und die Kraft jedes Einzelnen sind Grundwerte, die uns stark machen.

Die Bilder vom Festumzug:

Worauf sind Sie als Leiter Events besonders stolz?

Ich hatte Ideen und fand Leute, die das mit Herzblut umsetzten und mittrugen. Das Turnfest-Orchester mit Musikerinnen und Musikern aus der Region ist ein Beispiel. Die Live-Musik an der Eröffnungsfeier war unglaublich schön und einzigartig. Der Turnsport, der Kanton Aargau und die Stadt Aarau standen in der Choreografie immer im Zentrum. Wir hatten einen roten Faden in den Events und alles passte irgendwie zusammen. Dass es herauskam, wie wir wollten, ist schon stark.

Können Sie sich vorstellen, dass in Aarau in naher Zukunft wieder ein grosses Eidgenössisches stattfinden wird?

Natürlich. Herausforderungen halten jung und machen die Stadt dynamisch. Es müssen nicht Eidgenössische sein, aber Leuchttürme mit Ausstrahlung. Fünf Eidgenössische innert 14 Jahren ist wohl landesweit einzigartig. Als fünffacher Eidgenosse ist für mich Schluss. Ich muss manchmal etwas schmunzeln, dass diese Serie von Eidgenössischen überhaupt möglich wurde.

So schön war der ETF-Festumzug!

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Feiern bis zum Umfallen: So heiss ging es am ETF zu und her

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