Region

Leckereien von «Angelo Blue» bis Zimt: Wo gibt es die besten Glacés?

Jesus Lopez, Wirt des «La Dolce Vita Alzbach» in Reinach, schöpft eine Kugel der Sorte «Angelo Blue». Diese ist bei Kindern besonders beliebt.

Jesus Lopez, Wirt des «La Dolce Vita Alzbach» in Reinach, schöpft eine Kugel der Sorte «Angelo Blue». Diese ist bei Kindern besonders beliebt.

Wir haben Lust auf Glace – aber nicht vom Grossverteiler. Denn es gibt tolle regionale Kreationen. Die az hat sich auf die Suche gemacht und präsentiert die besten handgemachten Glacés der Region.

Der Sommer 2016 war bisher geprägt von Dauerregen und Überschwemmungen. Doch heute soll es über 30 Grad warm werden. Das freut nicht nur die Badmeister, sondern auch die Glace-Verkäufer. Doch wo gibt es in der Region die besten handgemachten Glaces? Die az hat sich auf die Suche gemacht.

Mit insgesamt über 60 verschiedenen Glacesorten hat das Restaurant La Dolce Vita Alzbach in Reinach das mit Abstand grösste Sortiment der Region. Die beiden Wirte des italienischen Spezialitätenrestaurants, Pino Urso und Jesus Lopez, haben sich mit ihrem beeindruckenden Glaceangebot einen Namen gemacht. In der Glasvitrine im Restaurant finden die Kunden 18 verschiedene, saisonal abgestimmte Sorten vor. «In der Vitrine präsentieren wir jeweils die beliebtesten und speziellsten Sorten», erzählt Jesus Lopez.

60 verschiedene Glacesorten herzustellen ist ein gewaltiger Aufwand. Deshalb lässt das «La Dolce Vita» seine Glaces von einem Spezialisten produzieren. «Unser Produzent stellt die Gelati in Handarbeit nach original italienischem Rezept her», so Lopez. «Er lässt sich immer wieder neue Kreationen einfallen, die je nach Saison variieren.» Zu den speziellsten Sorten zählen beispielsweise Quark-Rhabarber, Honig-Melone, Prosecco, Maroni und Zimt.

Besonders beliebt sind neben den Standard-Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere die speziellen, bekannten Süssigkeiten nachempfundenen Sorten «Raffaello», «Mon Chéri», «Snickers» und «Mars». Bei Kindern besonders hoch im Kurs ist «Angelo Blue», eine blaue Sorte mit Bananengeschmack.

«Spaghetti Gelato» als Spezialität

Über 40 verschiedene Glacesorten gibt es in der Gelateria Caffè Cioccolato an der Pelzgasse in Aarau. Geschäftsführer Raffaele Salvati lässt die Gelati in seinem eigenen Glace-Produktionsbetrieb herstellen – nach italienischem Rezept, versteht sich. Das Herstellungsverfahren ist zwar gleich wie in Italien, beim Verspeisen der Glaces gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied: «In der Schweiz soll ein Gelato nicht so kalt gegessen werden wie in Italien», sagt Salvati.

Eine Spezialität der Aarauer Gelateria ist das sogenannte «Spaghetti Gelato». Hierzu wird das Glace in einer Vermicelles-Maschine zu Spaghetti geformt und mit Erdbeer-Sauce garniert. Das ergibt dann quasi eine süsse Version von Spaghetti Napoli. Unter den 40 verschiedenen Glacesorten im «Caffè Cioccolato» sind neben den Standard-Sorten vor allem Minze, Tiramisu, Mandel und Wassermelone beliebt. Bei Kindern steht allerdings wiederum eine blaue Sorte ganz oben auf der Favoritenliste. Das klassische Milchglace gemischt mit Lebensmittelfarbe trägt den Namen «Blue Jeans».

Teddybär statt Plastikschale

Ein vielseitiges Glaceangebot führt auch die Bäckerei Studler in Seengen und Suhr. In beiden Filialen gibt es hausgemachte Glaces, die mit frischen Früchten und ohne künstliche Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel hergestellt werden. Neben den Klassikern gibt es fünf Spezialsorten, die im Sommer jeweils für einen Monat im Angebot stehen: Mango und Sauerkirsche, Apfel-Calvados, Zitrone-Wodka und Grand Marnier.

In der Bäckerei Studler gibts aber nicht nur Glacekugeln, sondern auch verschiedenste Coupes mit frischen Früchten und selbst gemachten Guezli. Einer davon ist der «Erdbär», ein Coupe für Kinder mit Erdbeerglace und frischen Erdbeeren. Dazu gibt es einen Plüsch-Teddybär, der den Eisbecher umarmt. «Die Kinder lieben den ‹Erdbär›», sagt Rita Villiger, Filialleiterin von Seengen. «Andernorts bekommen sie das Glace in furchtbaren Plastikschalen. So ein Teddybär macht doch viel mehr Freude.»

Blau ist Trumpf bei Kindern

Wer in Lenzburg feine hausgemachte Glaces geniessen will, der ist im Restaurant s’Bärli in der Rathausgasse richtig. Hier gibt es 21 verschiedene Sorten. Besonders beliebt sind im «Bärli» alle Sorten mit Joghurt, beispielsweise griechischer Joghurt mit Honig. Aber auch Schoko-Minze, Blueberry Muffin und Schwarze Schoggi finden grossen Anklang bei der Kundschaft. Für die Kleinen ist auch hier Blau Trumpf: «Azzurro» (italienisch für «blau») heisst die bei Kindern beliebteste Sorte. Der Geschmack: Kaugummi.

Hausgemachte Glace-Kreationen gibt es auch in Rupperswil. Die Confiserie Schwarz hat elf verschiedene Sorten sowie diverse Coupes im Angebot – alle ohne künstliche Zusatzstoffen produziert. Besonders beliebt sind die Eisbecher mit frischen Früchten und Joghurt-Glace, aber auch die «Glacebomben». Diese Spezialität von Confiseur René Schwarz muss man sich als eine grosse Halbkugel mit verschiedenen Glaceschichten im Innern vorstellen.

So unterschiedlich das Glacesortiment bei den verschiedenen Anbietern auch ist, so konnten doch einige Gemeinsamkeiten festgestellt werden. Alle Glace-Verkäufer, die die az besucht hat, bieten das ganze Jahr über Glaces an. Und alle hatten unter den bisherigen Wetterverhältnissen zu leiden. Am auffälligsten war jedoch, dass die Kinder überall auf blaue Glace abfahren, egal, wonach sie schmeckt. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, das Gemüse zu Hause am Mittagstisch blau zu färben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1