Stromdiskussion
Laufenburg will den Wegzug von Swissgrid verhindern

Vor ein paar Tagen hat Swssgrid informiert, dass sie 2016 von Laufenburg nach Aarau zügeln wird. Die Swissgrid soll jedoch in Laufenburg bleiben, fordern die Laufenburger – die eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom könnte helfen.

Adrian Hunziker
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Das Kontrollzentrum verschwindet, die Hochspannungsleitungen bleiben in Laufenburg.

Das Kontrollzentrum verschwindet, die Hochspannungsleitungen bleiben in Laufenburg.

Keystone

Die Swissgrid verlegt 2016 ihren Sitz von Laufenburg nach Aarau. Dieser Entscheid stiess sowohl dem Laufenburger Gemeinderat wie auch der Bevölkerung sauer auf. Bei der Einwohnergemeindeversammlung vom vergangenen Freitag wurde entschieden, dass man sich nicht kampflos ergeben wolle. Der Gemeinderat schickte der Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom einen Brief, in dem er sich für einen Verbleib von Swissgrid in Laufenburg starkmachte.

«Dieser Entscheid ist für uns nicht nachvollziehbar und wir sind darüber sehr enttäuscht», heisst es im Brief an die Elcom, welcher der az vorliegt. «Wir verstehen nicht, wie man etwas verlagern kann, was vorher so lange so gut funktioniert hat», sagt Rudolf Lüscher, der Laufenburger Stadtammann.

Der Standort Laufenburg stelle eine Stromdrehscheibe mitten in Europa dar. Lüscher kann nicht verstehen, wieso die Stadt als «Zentrum der Regelung des Höchstspannungsnetzes» nicht mehr gut genug sein soll: «Der Umzug ist mit hohen Kosten verbunden, wohl in Millionenhöhe. Genaue Zahlen kenne ich aber nicht», so Lüscher.

Pressekonferenz folgt

Lüscher hat bei der Gemeindeversammlung den Auftrag bekommen, für die Gemeinde weiterzukämpfen. «Wir haben ein Team zusammengestellt, das den Kontakt mit Swissgrid sucht. Wir hoffen, dass wir in rund zehn Tagen eine Pressekonferenz anberaumen können», so der Stadtammann. Dabei sollen die Verantwortlichen von Swissgrid, Elcom und der Stadt Laufenburg anwesend sein. «Die Idee wäre, dass sich alle äussern», so Lüscher.

Schreiben angekommen

Die Elcom hat den Brief der Gemeinde Laufenburg erhalten. Gross äussern dazu will und kann sich die Elektrizitätskommission aber nicht. «Wir haben das Schreiben zur Kenntnis genommen, können aber noch nicht sagen, was unternommen wird. Wir werden den Brief der Gemeinde Laufenburg aber demnächst beantworten», sagt Dario Ballanti, Pressesprecher der Elcom.

Der Wegzug der Swissgrid aus dem Fricktal betrifft auch den Standort Frick. «Ich weiss nicht, was im Schreiben des Laufenburger Gemeinderates steht. Grundsätzlich ist es nicht verboten, einen Brief zu schreiben. Ob es etwas nützt, wird sich weisen», äussert sich Anton Mösch, Gemeindeammann Fricks. In Frick ist man sich noch nicht einig, ob ebenfalls ein Schreiben aufgesetzt wird. «Das haben wir bisher nicht diskutiert. Wenn wir das aber machen sollten, haben wir sicher andere Beweggründe als Laufenburg», so Mösch.

Ursprünglich wollte Laufenburg den Swissgrid-Wegzug nicht an die grosse Glocke hängen. «Wir wollten subtil damit umgehen und nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Doch als plötzlich etwas in der Zeitung stand, wurde die Bevölkerung darauf aufmerksam», sagt Lüscher. Er sagt zudem, dass es keine Arbeitsplätze mehr gibt, wenn das Kontrollzentrum verschwindet und nur noch 20 Hochspannungsleitungen zurückbleiben. Das würde den Laufenburgern sicherlich nicht ins Bild passen, denn «sie nehmen die Leitungen gezwungenermassen in Kauf, da sich die Swissgrid hier befindet.»

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