Suhr

Lastwagen-Fahrverbot sorgt für Stau-Chaos: Warum sich vorerst trotzdem nichts ändert

Die beiden gesperrten Spuren am Knoten «Kreuz» haben in den letzten Tagen für ein Verkehrschaos gesorgt.

Die beiden gesperrten Spuren am Knoten «Kreuz» haben in den letzten Tagen für ein Verkehrschaos gesorgt.

In Suhr läuft nach den Sperrungen am Knoten «Kreuz» das Sorgentelefon heiss. Totz der kilometerlangen Staus sind jedoch keine Sofortmassnahmen geplant.

Seit acht Wochen wird in Suhr gebaut. Und seit acht Wochen läuft bei Philippe Woodtli das Telefon heiss. Der Anschluss des Geschäftsführers der Gemeinde ist das Baustellen-Sorgentelefon.

Waren es bis anhin die umständlichen Fussgängerumleitungen, die beklagt wurden, ist es seit letzter Woche der Knoten «Kreuz» mit dem angekündigten Linksabbiegeverbot für die Fahrer aus Wynental – und dem aus heiterem Himmel aufgetauchten Rechtsabbiegeverbot aus Richtung Entfelden. Die neue Verkehrssituation hat in den letzten Tagen zu kilometerlangen Staus und Wartezeiten von im Extremfall 30 Minuten geführt.

Ausweichen erlaubt

Ein Zustand, der Philippe Woodtli überrascht hat. Denn eigentlich könnten die Autofahrer aus dem Wynental über die Ringstrasse/Weltimatt in Richtung Entfelden und via Schürberg in Richtung Lenzburg ausweichen und das Chaos am Knoten Kreuz umfahren.

Den Umweg über das «Kreuz» mit Zusatzschlaufe über den «Pfister»-Kreisel müssten nur die Lastwagen fahren, denn für sie gilt auf der Ringstrasse (Gemeindestrasse) ein Fahrverbot – und natürlich die Personen, deren Ziel direkt in Suhr liegt. Die Umfahrung via Ringstrasse ist denn auch mit zwei orangen Tafeln («Bern» und «Oberentfelden») als Umleitung signalisiert. «Deshalb erstaunt es mich umso mehr, dass es anscheinend noch immer viele Autofahrer gibt, die diese Ausweichroute nicht nehmen.»

Laut Woodtli fordern viele genervte Anrufer, dass die Gemeinde das Lastwagenfahrverbot für die Ringstrasse aufhebt. «Das ist Stand heute kein Thema», sagt Woodtli. Zum einen sei der Anteil der Lastwagen, die vor dem Knoten «Kreuz» im Stau stehen, eher klein.

Andererseits wolle man die Nerven der Anwohner der Ringstrasse nicht überstrapazieren, schliesslich liegt aktuell ein Gesuch um Einführung einer Tempo-30-Zone auf. «Einerseits eine Verkehrsberuhigung einführen wollen und gleichzeitig die Strasse für sämtlichen Verkehr zu öffnen; das passt nicht zusammen», sagt Woodtli und betont, dass eine vorgängige Anfrage seitens des Kantons zu möglichen Umleitungen über Gemeindestrassen nicht stattgefunden habe.

Zum Schluss hat das Lastwagen-Fahrverbot auch ganz praktische Gründe: «Die Ringstrasse ist eigentlich nicht mehr als ein asphaltierter Feldweg», sagt Woodtli. In den Siebzigerjahren – so hätten ihm die Anwohner erzählt – habe man einfach Teer auf den Weg gekippt. «Würden nun mehr Lastwagen als die erlaubten Emmi-Zubringer über die Strasse fahren, müsste man vermutlich mit erheblichen Schäden an der Strasse rechnen», sagt Woodtli.

Trotz dieser Argumente ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. «Wir müssen die Situation weiter beobachten», sagt Woodtli. Ende April werde man entscheiden, ob neue Routen ausgeschildert werden müssen. Der aktuelle Schleichverkehr sei zwar unschön, trotzdem wolle man abwarten, wie sich die Autofahrer an die neue Situation gewöhnen und wie sie längerfristig reagieren. «Aktuell sind deshalb keine Sofortmassnahmen geplant.»

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