Eppenberg-Wöschnau
Lärmschutz an der Hauptstrasse – Temporeduktion ist kein Thema

In der Wöschnau werden die Grenzwerte für Verkehrslärm bei acht Liegenschaften überschritten. Das Lärmsanierungsprojekt des Solothurner Bau- und Justizdepartements setzt auf langfristigen Ersatz der Deckbeläge.

Ueli Wild
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Die Hauptstrasse H5 in der Wöschnau: Hier gilt Tempo 60.

Die Hauptstrasse H5 in der Wöschnau: Hier gilt Tempo 60.

Ueli Wild

Der Lärmschutzkataster des Kantons Solothurn zeigt, dass in der Wöschnau an der Hauptstrasse H5 und an der Schachenstrasse die Immissionsgrenzwerte überschritten sind. Bei insgesamt acht Liegenschaften ist dies aktuell der Fall, an der Hauptstrasse 1 (Restaurant Kolibri) werden auch die Alarmwerte überschritten. Das ist dem bis zum 13. November im Gemeindehaus in Eppenberg öffentlich aufliegenden Lärmsanierungsprojekt des Solothurner Bau- und Justizdepartements zu entnehmen. Der als Auflageplan dienende Bericht der Grolimund & Partner AG, Bern, rechnet damit, dass bis zum Jahr 2036 die Immissionsgrenzwerte bei vier weiteren Liegenschaften überschritten sein werden.

Laut Umweltschutzgesetz und Lärmverordnung des Bundes sind Strassen, die wesentlich zur Überschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen, zu sanieren. Das aktuell aufliegende Projekt zeigt nun auf, welche Massnahmen in der Wöschnau an der Hauptstrasse zwischen der Schönenwerder Gemeinde- und der Aargauer Kantonsgrenze sowie an der Schachenstrasse zwischen dem Wöschnauer Kreisel und der Aarauer Stadtgrenze vorgesehen sind.

Temporeduktion würde nichts bringen

Bei den Massnahmen an der Quelle stehen lärmoptimierte Strassenbeläge im Vordergrund. Auf dem östlichen Abschnitt der Hauptstrasse H5 wurde ein solcher Belag im Jahr 2015 bereits eingebaut. Die Deckbeläge auf den übrigen betroffenen Abschnitten sollen bei Erneuerungsarbeiten ebenfalls durch lärmarme Beläge ersetzt werden. Der Ersatz wird voraussichtlich zwischen 2030 und 2040 erfolgen. Die vom Bund vorgegebene Sanierungsfrist dagegen endet schon Ende 2022. Die Wirkung der künftigen lärmarmen Deckbeläge wurde deshalb im Rahmen des vorliegenden Lärmsanierungsprojekts nicht mitberücksichtigt.

Eine weitere mögliche lärmdämpfende Massnahme wäre eine Reduktion der signalisierten Höchstgeschwindigkeit. Auf Hauptstrasse und Schachenstrasse gilt aktuell auf Wöschnauer Boden Tempo 60. Eine Absenkung auf 50 km/h wird nicht in Betracht gezogen. Die Wirkung, heisst es im Bericht, wäre kaum wahrnehmbar. Aus akustischer Sicht sei die Massnahme daher unverhältnismässig. Geprüft wurde auch die Einführung von Tempo 30 auf der Hauptstrasse.

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass damit die Immissionsgrenzwerte bei den meisten Liegenschaften eingehalten werden könnten. Da das effektiv gefahrene Tempo aber nicht um 20 km/h abnehme, werde keine wahrnehmbare Lärmreduktion erzielt. Zudem habe die Hauptstrasse «keinen siedlungsorientierten Charakter». Sie führe nicht durch ein Dorfzentrum, sondern verbinde, als Durchfahrtsstrasse ausserhalb des Dorfes, Schönenwerd mit Aarau. Von Schallhindernissen soll bei allen Liegenschaften abgesehen werden – aus Ortsbild- und Landschaftsschutz- sowie aus Kosten-Nutzen-Gründen.

Für die zwölf Liegenschaften mit (2036) überschrittenen Immissionsgrenzwerten werden Erleichterungen beantragt. Beim «Kolibri», wo die Alarmwerte überschritten sind, sähe das Konzept des Kantons Solothurn im Prinzip Schallschutzmassnahmen am Gebäude vor. Da aber die Baubewilligung für den Umbau (Restaurant mit Wohnungen) nach dem 1.1.1985 erteilt wurde, besteht kein Anspruch darauf.