Küttigen
Lärm und Abfall: Gemeinde interveniert wegen Problemen mit Jugendlichen

Der Küttiger Gemeinderat muss handeln, nachdem Anwohner reklamiert haben. Drei Massnahmen sollen die angespannte Situation verbessern.

Nadja Rohner
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Auch bei der Schule Stock gibt es Probleme.

Auch bei der Schule Stock gibt es Probleme.

Bild: Britta Gut

Küttigen hat mit Nachtbuben (und -mädchen) zu kämpfen: Wie der Gemeinderat mitteilt, verhängt er ab 1. April ein nächtliches Aufenthaltsverbot für die beiden grossen Schulanlagen. «Wir stellen fest, dass auf vielen unserer öffentlichen Anlagen, vor allem bei den Schulanlagen Dorf und Stock, teilweise auch bei der Sportanlage Ritzer, nächtlicher Besuch vorbeikommt», erklärt Gemeindeammann Tobias Leuthard auf Anfrage. Gemeint seien Jugendliche – junge Erwachsene und auch Oberstufenschülerinnen und -schüler –, die sich ungebührlich verhalten.

«Dieser Besuch ist lange unterwegs und hält sich oft nicht ans Polizeireglement – es kommt zu Nachtruhestörungen durch starke Lärmemissionen und Littering.»

Weil die Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner teilweise nicht mehr erträglich sei, hätten sich diese an den Gemeinderat gewandt. Dieser hat in einem Tisch deren Erwartungen abgeholt. «Aktuell ist die Situation besonders beim Schulhaus Dorf ein Problem», so Leuthard. In den sozialen Medien berichten Küttigerinnen und Küttiger ausserdem von nächtlichem ­Herumgeschreie sowie Lärm durch Töffli und Rollbrett-Fahrer, die die abfallende Hauptstrasse runterbrettern; aber auch von Eiern oder Steinen, die an Fassaden geworfen werden, und von sonstigen Sachbeschädigungen.

Bei der Stadtpolizei Aarau haben im Coronajahr 2020 über das ganze Einzugsgebiet hinweg Ruhestörungsmeldungen merklich zugenommen. Tobias Leuthard sagt aber, es habe in Küttigen schon in früheren Jahren wellenartige Anstiege der nächtlichen Lärmprobleme gegeben.

Keine nächtlichen Partys auf den Schulanlagen mehr

Der Gemeinderat setzt nun auf drei Massnahmen: «Einerseits fahren wir die repressive Schiene: Die Stadtpolizei ist angehalten, bei den erwähnten Orten vermehrt Kontrollen durchzuführen und auf die Problematik zu achten», sagt Tobias Leuthard. Die neuen Tafeln, die bei den beiden Schulanlagen aufgestellt werden und die den Aufenthalt zwischen 22 und 6 Uhr ohne Bewilligung verbieten, seien eine weitere Massnahme. Via Schulleitung wurden die Eltern von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen angeschrieben.

Als dritte Massnahme wurde den Jugendarbeiterinnen ein zusätzliches Mandat erteilt – sie sollen im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit das Gespräch mit den Verursachern der Lärmemissionen und des Litterings suchen und sie sensibilisieren», sagt Leuthard. Dass dies funktionieren kann, weiss der Ammann aus eigener Erfahrung. «Ich wohne neben der Schulanlage Stock. Schon mehrfach musste ich intervenieren, weil Jugendliche nachts laut Musik gehört oder – noch schlimmer – Flaschen herumgeworfen haben.»

Dass die Hinterlassenschaften in Form von Abfall und Glassplittern anderntags auf dem Spielplatz lägen und vom Hauswart in einer Extratour aufgeräumt werden müssen, sei natürlich eine Zumutung. «Das erkläre ich den Jugendlichen jeweils auch. Viele reagieren darauf einigermassen vernünftig – in diesem Alter reflektieren sie ihr Verhalten oft nicht von alleine und merken nicht, welche Wirkung es auf andere hat. Entsprechend hofft der Gemeinderat, dass durch die aufsuchende Jugendarbeit ein gewisser Erfolg eintreten wird.»