Aarau
Lärm und Abfall: Im Kasinopark machen Junge saumässig Party

Feiernde Jugendliche machen sich am Wochenende im Aarauer Kasinopark breit. «Starbucks» hat den Dreck – und die Anwohner den Lärm.

Urs Helbling (Text und Fotos)
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Am Sonntagmorgen waren zwei Tische umgeworfen.

Am Sonntagmorgen waren zwei Tische umgeworfen.

Urs Helbling

Die Fotos zeigen, wie es am Sonntag, am Morgen danach, aussah. Zwischen Mitternacht und vier Uhr ging es im wichtigsten Aarauer Park hoch zu und her – was den Anwohnern den Schlaf geraubt und dem Frühschicht-Angestellten des Kaffeehauses «Starbucks» Zusatzarbeit beschert hat. Die Nacht auf Sonntag war keine Ausnahme. Im Gegenteil. In der Nacht auf Samstag hatten die Partyvögel unter dem «Starbucks»-Vordach sogar grilliert. Der Beweis? Der Einweggrill, den die Unbekannten auf einer Bank zurückgelassen hatten.

«Von Jahr zu Jahr schlimmer»

Für die Angestellten des «Starbucks» steht fest: «Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.» Es seien Jugendliche, die nachts feierten. «Wir binden die Stühle und Bänke zusammen. Aber es bringt leider nichts.» Wenn es darum geht, die Wodka-Flaschen, Bierdosen und Essensresten wegzuräumen, bekommt das «Starbucks»-Personal am Samstag jeweils Hilfe von den Freiwilligen der Güselwehr.

Während die Leidtragenden des nächtlichen Lärms und Litterings das Gefühl haben, die Sache verschärfe sich, hat Stadtpolizei-Chef Daniel Ringier einen anderen Eindruck. Auf Anfrage sagt er: «Die Stadtpolizei musste in letzter Zeit nicht vermehrt intervenieren.» Und er verneint auch, dass die Nacht vom letzten Samstag auf den Sonntag generell relativ unruhig gewesen sei: «Die Ereignisse im Zuständigkeitsbereich der Stadt Aarau bewegten sich im üblichen Rahmen.»

Je eine leere Wodka-Flasche auf und vor dem Tisch: Die Spuren einer Partynacht.

Je eine leere Wodka-Flasche auf und vor dem Tisch: Die Spuren einer Partynacht.

Urs Helbling

Park ist kaum mehr beleuchtet

Die saumässigen Verhältnisse im Stadtpark könnten auch damit zu tun haben, dass dem Kasinopark das Licht ausgegangen ist. Im letzten Herbst begann der Bau der Fernwärmeleitung quer durch den Park hinüber zum City-Märt. Die Rohre sind längst verlegt, die Gräben wieder zugeschüttet und der Rasen ist wieder tipptopp. Aber die Beleuchtung, die bei Baubeginn teils ausgeschaltet, teils demontiert wurde, ist nicht wieder in Betrieb. Beim «Starbucks» ragen seit Monaten zwei Rohre aus dem Boden – bereit für Strassenlampen. Harriet Moser, Kommunikationsleiterin der IBAarau erklärt: «Wir werden die zwei Leuchten in den kommenden Wochen wieder aufstellen.» Und die vier Lampen, die ausser Betrieb sind? «Wir danken für den Hinweis. Die defekten Leuchten im Kasinopark werden wir sofort ersetzen.»

Das Gleiche verspricht IBAarau-Sprecherin Moser für die zwei defekten Leuchten am Graben unmittelbar beim «Starbucks». Und sie ergänzt: «Die Graben-Beleuchtung wird aus Altersgründen in den nächsten Jahren ersetzt, da sie inzwischen eine hohe Ausfallrate aufweist.»

Die IBAarau bittet um die Mithilfe der Bevölkerung: «Wir führen regelmässig Kontrollgänge durch, sind aber bezüglich defekter Strassenleuchten für entsprechende Hinweise immer dankbar.»

Schlägerei im «Boiler»

Die Fäuste flogen, es flossen ein paar Tropfen Blut: In der Nacht auf Sonntag, kurz vor 3.30 Uhr, zettelte ein 18-jähriger Serbe im «Boiler»-Club einen Streit an. Er war ebenso wie seine beiden Gegner betrunken. Der Aggressor wurde vom
Sicherheitsdienst des Lokals verwiesen. Kantons- und Stadtpolizei rückten mit einem grossen Aufgebot aus, weil bei der Alarmierung von mehreren Beteiligten die Rede war. «Ich habe vier Polizeiautos und acht Beamte gesehen», sagt ein Augenzeuge gegenüber der az. Als die Beamten eintrafen, hatte sich die Lage bereits beruhigt. Der Serbe wurde von der Stadtpolizei mit einer formellen Wegweisung von 30 Tagen für das Gebiet der Stadt Aarau belegt.