Ärmelkanal-Querung
Langstreckenschwimmer Ammann: «Es hat alles wehgetan»

Er hat alles gegeben, doch dann musste er nach 15 Stunden und über 50 Kilometern aufgeben. Via Skype hat der Aargauer Extrem-Schwimmer Jürg Ammann «Tele M1» von den schweren Stunden im Ärmelkanal erzählt.

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«Es hat alles weh getan», sagt Jürg Ammann am Tag nach dem missglückten Versuch. «Ich konnte keinen Gedanken mehr fassen, ich habe nur noch funktioniert», sagt er über die letzten Momente im Wasser im Skype-Interview mit «Tele M1».

Es waren die starken Strömungen, die ihn in die Knie zwangen. Zum Schluss kam er kaum mehr vom Fleck. Der Erlinsbacher Langstrecken-Schwimmer Jürg Ammann hat seinen Versuch, den Ärmelkanal zu durchqueren, am Freitagabend abgebrochen.

15 Stunden – und immer noch kein Ufer in Sicht

Mit zehn bis 12 Stunden hat der Extremsportler für die Querung des Ärmelkanals gerechnet. Doch schliesslich war er bereits 15 Stunden unterwegs, als ihn die Kräfte verliessen.

Die Strömung hat ihn von der Route abgebracht. Für die Überquerung vom britischen Dover zum französichen Cap Griz Nez waren ursprünglich 32 Kilometer geplant. Doch Ammann war aufgrund seiner Slalom-Route über 50 Kilometer unterwegs – ohne das Ufer in Frankreich erreicht zu haben.

Den ganzen Mageninhalt entleert

Geschwächt hat den Schwimmer auch die anhaltende Übelkeit. Er war seekrank und musste sich immer wieder übergeben. «Es kam soweit, dass ich nach drei bis vier Stunden den ganzen Mageninhalt rausgelassen habe – und das Team erneut mit einen Energieaufbau beginnen musste.»

«Gebt mir eine Leiter, ich steige aus. Es geht nicht mehr», sagte Ammann am Schluss. Einen zweiten Versuch will er nicht starten. Doch aufgrund der zurückgelegten Kilometer hat er sein persönliches Ziel erreicht.

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