Liebegg

Landwirte gefragt: Klimawandel oder Schädlinge bekämpfen, aber wie?

Landwirte haben es nicht immer leicht. (Symbolbild)

Landwirte haben es nicht immer leicht. (Symbolbild)

Bei den «Open Farming Hackdays» sollen Landwirte nach Lösungen suchen. «Antworten statt Gejammer» ist das Motto. Auch Menschen, die sonst nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, dürfen teilnehmen.

Klimawandel, tiefe Preise, immer mehr Schädlinge: Die Landwirtschaft hat mit allerlei Problemen zu kämpfen. Um die Probleme zu lösen, finden Anfang September am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg die ersten sogenannten «Open Farming Hackdays» statt. Gartenhacken kommen dabei nicht zum Einsatz. Es handelt sich vielmehr um eine Veranstaltung, bei der mehrere zusammengewürfelte Teams nach Lösungen für die Probleme der Landwirtschaft suchen und anschliessend Projekte vorstellen.

Dabei machen sowohl bei der Lösungsfindung als auch bei der Planung die Teilnehmer viel aus: Vor dem Event kann jede und jeder eine Herausforderung einreichen. So hat eine Teilnehmerin beispielsweise bereits eine Challenge eingereicht, welche die Anzahl Lebensmittel-Labels bemängelt. Ein anderer bemängelt, dass die Landwirtschaft oft romantisiert dargestellt wird.

Für diese und andere «Challenges» diskutieren die Teilnehmerinnen an den «Open Farming Hackdays» zwei Tage lang Lösungen. Einen Teamchef oder eine Moderatorin gibt es nicht. Der Prozess gleicht ein bisschen einem Brainstorming: «Es ist völlig offen, wie sich das Team organisiert. Das ist Teil des Prinzips», sagt der Leiter der Abteilung Landwirtschaft Aargau, Matthias Müller.

Hackdays sollen Lösungen für das Gejammer präsentieren

Die Hackdays sollen «das Gejammer beenden, dass oftmals in der Landwirtschaft herrscht», sagt Müller. Man erhoffe sich, dass neben Landwirtinnen und Landwirten auch zahlreiche Personen von ausserhalb der Landwirtschaft an den Hackdays teilnehmen werden: «Gerade die Personen, die sich sonst immer beklagen, sollten unbedingt dabei sein», findet er. Platz hat es für maximal 100 Teilnehmer, bisher haben sich etwa 24 angemeldet.

Die Abteilung Landwirtschaft organisiert zum ersten mal einen «Hackathon». Allerdings sei das Prinzip gar nicht so neu, sagt Matthias Müller. «Hackathons boomen weltweit». Sie sind zum Beispiel schon im Gesundheitswesen zum Einsatz gekommen und auch die SBB-Billet-App ist das Resultat eines Hackathons. An manchen Hackathons entstehen Projektideen, die für Hunderttausende Franken von Partnern übernommen werden. «Ganz so gross wird ein Landwirtschafts- Hackathon wohl schon nicht», sagt Müller und schmunzelt.

Die besten Ideen könnten umgesetzt werden

Hingegen sollen die Projektideen, die an den «Open Farming Hackdays» erarbeitet werden, danach von den Partnern und Sponsoren weiter unterstützt werden. Unter den Partnern finden sich beispielsweise die Aargauische Kantonalbank oder das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg. Entscheiden sich diese Partner, ein Projekt weiter zu unterstützen, können die Projekte der Hackdays umgesetzt werden. So könnten am Schluss verschiedene Probleme angegangen werden – das die Hoffnung hinter den «Hackdays». Und die Herausforderungen, die dieses Jahr nicht zum Zug kommen, könne man nächstes Jahr angehen. «Die Idee wäre, die Hackathons einmal jährlich durchzuführen», sagt Müller. (ama)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1