Noch immer kann oder will die Polizei nichts über die Hintergründe der Abgabe der Nazi-Bombe auf dem Posten in Aarau, ihrer dortigen Einlagerung und des Transports nach Buchs bekannt geben. Darum gibt es auch keine Bestätigung für das Gerücht, die kleine Bombe sei zehn Tage lang auf dem Posten deponiert gewesen. Diese Angabe stammt von Personen, die es aufgrund ihrer Nähe zum Fall eigentlich wissen müssten.

Fest steht: Im Gebäude Laurenzenvorstadt 1 arbeiten etwa dreissig Angestellte der Kantonspolizei. Am dortigen Schalter ist die Nazi-Bombe an einem der Öffentlichkeit nicht bekannten Termin abgegeben worden. Hätte der Polizeiangestellte (uniformiert oder zivil?) die Gefährlichkeit der Fracht erkannt, hätte er sofort Alarm schlagen müssen. Es wäre im Prinzip das Gleiche passiert wie am Mittwoch in Buchs: Evakuation des Gebäudes (inklusive der Etage mit den Untersuchungshäftlingen), allenfalls Evakuation von Nachbarliegenschaften, Sperrung der Strassen, Unschädlichmachung der Bombe vor Ort. All das mitten in der Stadt.

Spannend wäre es auch, mehr über den Lieferanten der Nazi-Bombe zu erfahren: Eine jüngere Person, die den Estrich des verstorbenen Vaters geräumt hat? Eine Person, die wusste, dass es sich bei der rostigen Büchse um eine Bombe handeln könnte (auch wenn sie für Laien nicht als solche zu erkennen ist)? Hat die Polizei zwischenzeitlich den Lieferanten überprüft? Vor Ort abgeklärt, ob er allenfalls ein ganzes Arsenal von solchen Sprengkörpern besitzt? Die polizeiinternen Ermittlungen laufen – sie werden Licht ins Dunkel bringen. (uhg)