Küttigen
Kunstmaler Theo Maurer: «Nach dem Malen bin ich matt, aber glücklich»

Theo Maurer war Malermeister und ist – seit seiner Pensionierung erst recht – Kunstmaler. Seinen 85. Geburtstag feiert er mit einer Ausstellung im «Spittel» in Küttigen. «Malen ist ein wundervolles Erlebnis», sagt der Kunstmaler.

Hubert Keller
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Er liebt Spiegelungen: Theo Maurer in seinem Atelier an der Arbeit.annika bütschi

Er liebt Spiegelungen: Theo Maurer in seinem Atelier an der Arbeit.annika bütschi

Annika Buetschi / AZ

Als Gymnasiast durfte er bei seinem verehrten Lehrer Carlo Ringier in Öl malen, damals für einen Schüler eine Sensation. «Lehrer Ringier hielt grosse Stücke auf mir.» Mittlerweile ist Theo Maurer 85, feiert diesen Monat Geburtstag – und malt immer noch.

Seit er vor zwanzig seine Firma, die Maurer AG, seinem Sohn Tobias abgetreten hat, mit noch grösserer Leidenschaft. Weniger in Öl wie damals an der Kanti als in Aquarell, weil diese Technik besondere Effekte und Spontaneität erlaube, wie er sagt, sowie in gemischten Techniken.

«Farbe bestimmt den Alltag», heisst es auf der Website der Maurer AG Buchs. Die 1878 gegründete Firma ist spezialisiert auf Baumalerei, Thermolackierungen und Schriften. Dass sich Theo Maurer künstlerisch mit Farbe beschäftigt, hat aber wohl weniger mit seinem Beruf des Malermeisters zu tun, als vielmehr mit der vom Vater Albert vererbten Begabung.

Bereits Grossvater Jakob hatte nicht nur Wohnwände gestrichen, sondern auch Leinwände bemalt. Mittlerweile malt auch Sohn Tobias – «chaibe verruckts Züg», wie Theo Maurer lachend meint: «Ich male spiegelnde Büchsen, er zertretene.»

Theo Maurer, der gegenwärtig im «Spittel» in Küttigen ausstellt, findet seine Motive in der Natur – in der Region Aarau oder in Griechenland mit seinen heiteren Farben und der mediterranen Atmosphäre, die er auch in Venedig vorfindet, und in den Bündner Bergen.

Doch über das naturalistische Abbilden hinaus interessiert ihn die künstlerische Umsetzung von Licht und Schatten, Reflexen und Spiegelungen.

Auch als Kunstschaffender habe er eigentlich immer Erfolg gehabt, sagt Maurer, er habe immer gut verkauft. Theo Maurer hat zwar Kurse in San Francisco und später an der Kunstgewerbeschule Zürich besucht, doch vieles hat er sich autodidaktisch angeeignet.

Und das ist nicht wenig. Maurers Werke strahlen eine seltene Ruhe und grosse Sicherheit im Umgang mit Pinsel und Farbe aus. «Malen ist ein wundervolles Erlebnis», sagt Theo Maurer, «es verlangt volle Konzentration und Anspannung, dann bleibt man müde und erschöpft zurück. Aber nicht matt, sondern angeregt und glücklich.»

Maurer ist ein gegenständlicher Maler, allerdings nicht ohne das Objekt zu interpretieren. Es ist Kunst, mit der man sich gerne verweilt.

Die Ausstellung im «Spittel» in Küttigen ist wie folgt geöffnet: 6. bis 21. April, jeweils Samstag, 10 bis 17 Uhr, Sonntag, 10 bis 15 Uhr, Mittwoch, 14 bis 17 Uhr, Donnerstag und Freitag, 15 bis 19 Uhr.