Küttigen/Rombach
Künstler Weber: «Die Farben sind meine Energie»

Künstler Franz Weber begann im Alter von 27 Jahren mit dem Malen. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag – mit einer Ausstellung in Küttigen Rombach.

Hubert keller
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«Ich arbeite immer noch fleissig», sagt Franz Weber in seinem Atelier in Rombach. Sandra Ardizzone

«Ich arbeite immer noch fleissig», sagt Franz Weber in seinem Atelier in Rombach. Sandra Ardizzone

«Ich war ein Spätzünder», sagt Franz Weber und lacht.

Zu malen hat er erst mit 27 Jahren begonnen. Mittlerweile ist er 80 geworden und hat ein grosses Werk geschaffen, das noch nicht beendet ist.

«Ich bin immer noch fleissig», sagt er und zeigt auf die vielen Gemälde, die in seinem Atelier am Juraweg in Rombach in den grossen Regalen stehen. 50 Werke zeigt er gegenwärtig im KUKU, Kunst und Kultur in der alten Spinnerei, in Rothrist.

Franz Weber war Primar- und Sekundarlehrer. Nach Paris ging er, um Französisch zu lernen, und lernte in Museen und Zeichenkursen die Kunst kennen. Anfang der 60er-Jahre besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich.

Weber wurde Zeichenlehrer. Er unterrichtete in Sins, Reinach und während zehn Jahren an der Bezirksschule Aarau.

1974 übernahm er ein halbes Pensum an der Kantonsschule Zelgli, damals noch Lehrerseminar. Drei Tage Schule, drei Tage Atelier, dieser Rhythmus prägte seine Arbeit, bis er mit 49 Jahren das Malen zu seinem Hauptberuf machte.

Das Blau und die Gegenfarbe

Franz Weber malt Stillleben und Landschaften. Immer wieder hätten Kunstkritiker mit der Harmonie und Schönheit von Webers Werk, das so ohne Trübsinn auskomme, gehadert, schrieb die Berichterstatterin der Rothrister Ausstellung.

Solcher Hader ist nicht berechtigt. Die Objekte, seien es Früchte oder Gefässe, die Landschaften, Berge und Seen, das Meer dienen Franz Weber nur als Vorlage für eine Komposition von Farben.

Es ist nicht das Figürliche, das naturalistische Vorbild, das Weber interessiert, sondern die Imagination, welche ein Bild erst zu einem Kunstwerk macht, und die auch den aufmerksamen Betrachter in ihren Bann zieht.

Wer sich in Webers Atelier umschaut, dem fällt unweigerlich das Blau auf, das viele seiner Bilder zu bestimmen scheint, das Blau der Seen, des Meeres, des Horizonts.

Doch dieses Blau, erklärt Franz Weber, wirkt nur durch die Gegenfarbe: gelbe, ocker, orange oder rote Farbtöne, die dem Blau Kraft und Energie verleihen.

Er nehme sich nicht bewusst vor, ein schönes Bild zu malen, sagt Franz Weber. «Es ist schwer zu sagen, wie sich ein Bild weiter entwickelt, wenn die Elemente der Landschaft und die Gegenstände bereits zu erkennen sind. Es folgt die lange Arbeit des Verdichtens.»

Was unter der Oberfläche steckt

Die Ideen sammelt Franz Weber in Spanien oder Italien, am Thunersee oder im Berner Oberland, auch Zuhause. Mit dem Zeichenstift hält er fest, was sich im Atelier zum Kunstwerk entwickeln soll.

Die Skizzen ergänzt er mit Notizen zu den Farben, bevor er sie im Atelier interpretiert und auf das grosse Format der Leinwand überträgt.

Jetzt beginnt der eigentliche künstlerische Akt, dem die Natur nur als Vorbild dient. Der Imagination lässt den Künstler das entdecken, was hinter den Gegenständen und unter der Oberfläche steckt.

«Was Franz Weber uns zeigt, ist eine der Realität abgerungene Schönheit mit ihren Kontrasten, Spannungen und Brüchen», sagte Hans Hauenstein an der Vernissage.

«Es ist keine triviale, naive Harmonie, die an der Oberfläche bleibt. Franz Weber sieht hinter die Dinge und zeigt uns die Schönheit auch im Hässlichen. Und wenn wir seine Bilder genau anschauen, dann sehen wir nicht nur die glatte, banale Oberfläche des Schönen, dann erkennen wir auch das Rohe, Ungeglättete und Gebrochene.»

Das ist es, was Webers Bilder glaubwürdig macht und über das Triviale hinaushebt. Weber feiert seinen 80. Geburtstag. Seine Bilder sind der Beweis seiner anhaltend vitalen Kraft. «Die Farben sind meine Energie», sagt er.

Ausstellung: Franz Weber – Retrospektive zum 80. Geburtstag, KUKU, Kunst und Kultur in der alten Spinnerei, Rothrist, Bernstrasse 281; Finissage am Samstag, 16. März. Die Ausstellung ist jeweils am Freitag, 17 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr, geöffnet.

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