Jacob Zubler, 1897–1956, Annemarie Balmer, geboren 1931, Valérie Balmer, geboren 1961 und Roberta Müller, geboren 1990: vier Kunstmaler, vier Generationen, eine Familie. Beheimatet in Sursee, leben Annemarie Balmer und Valérie Balmer heute in Lenzburg; Roberta Müller in Othmarsingen. Sie alle haben ihre Kunst schon in verschiedenen Galerien in der Schweiz gezeigt. Der Aarauer Galerist Carlo Mettauer hat es nun geschafft, die vier Künstler zum ersten Mal überhaupt für eine gemeinsame Ausstellung zu vereinen.

Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung kam Carlo Mettauer, als er bei Annemarie Balmer vorbeischaute: Sie sprachen über die Familie und über Balmers Enkelin, Roberta. «Ich dachte an die geballte Frauenpower dieser drei Künstlerinnen und fragte Annemarie, ob sie sich vorstellen könnten, gemeinsam auszustellen», erinnert sich der Galerist. Valérie Balmer war anfangs skeptisch: «Ich wollte eigentlich nie mit meiner Tochter und Mutter ausstellen.» Nachdem Annemarie Balmer vorschlug ihren Vater, Jacob Zubler, in die Ausstellung zu integrieren, stimmte Valérie Balmer zu.

Jacob Zubler war Fabrikant und Künstler. Er lebte mit seiner Familie in Sursee. «Durch ihn kam ich zur Kunst», sagt Annemarie Balmer, und ihre Augen leuchten. Sie besuchte die Kunstgewerbeschule in Luzern und führte ihre Studien in Paris und Florenz weiter. Die Liebe zur Kunst endete aber nicht mit ihr: Ihre Tochter, Valérie Balmer, und ihre Enkelin, Roberta Müller, besuchten beide auch die Kunsthochschule und arbeiten seither als Künstlerinnen.

Ausstellung ohne roten Faden

Roberta Müller kreiert digitale Zeichnungen: «Ich beschäftige mich mit dem zwei- und dreidimensionalen Raum.» Schwarz und Weiss dominieren noch immer die Werke von Valérie Balmer, aber die Werke sind heute themenbezogen. Ganz zaghaft habe sie in den letzten Jahren auch Farbe in ihr Schaffen integriert. Die neuesten Werke von Annemarie Balmer sind Porträts und Gesichter, mit Farbstiften gemalt: «Mir ist aufgefallen, dass ich über die Jahre lockerer geworden bin, ich arbeite von innen nach aussen.»

Die Holzwände in der «Neuen Galerie 6» sind beim Besuch der AZ noch weiss. Aber nicht mehr lange: Die drei Frauen füllen den Raum nach und nach mit ihren Bildern und diskutieren dabei die Anordnung der Werke. Abgesehen von den Landschaften und Stadtansichten von Jacob Zubler stellen sie ihre neusten Werke aus. Jede Künstlerin hat selber entschieden, welches ihrer Bilder in der Ausstellung vorkommen soll. «Unsere Kunst ist verschieden», sagt Valérie Balmer. Es gehe kein roter Faden durch die Ausstellung, die Werke sollen für sich sprechen.

Carlo Mettauer ist mit «1897 1931 1961 1990» wieder etwas Besonderes gelungen. «Was mich an dieser Ausstellung reizt, ist der ‹working process› der Balmer Frauen, diese Ausstellung zu konzipieren», sagt der Galerist.