Küttigen
Sie malt nichts, was sie nicht mit eigenen Augen gesehen hat

Seit über 50 Jahren malt Béatrice Bircher, an 20 Ausstellungen hat sie ihre Werke bisher gezeigt. Jetzt stellt die Aarauerin nach zwei Jahren Ausstellungspause im Küttiger Kulturzentrum Spittel aus – und freut sich auf die Finissage mindestens genauso wie auf die Vernissage.

Katja Schlegel
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Künstlerin Béatrice Bircher mit dem Eisvogel, den sie beim Paddeln auf der Aare gesehen hat.

Künstlerin Béatrice Bircher mit dem Eisvogel, den sie beim Paddeln auf der Aare gesehen hat.

Katja Schlegel

Eine Rosine. So nennt Béatrice Bircher den Eisvogel auf dem grossformatigen Bild. Etwas so Schönes und Unerwartetes, gesehen beim Paddeln auf der Aare bei der Suhremündung, dass sie den Moment direkt daheim malen musste. Und jetzt hängt der Eisvogel nicht weit von da, im Foyer des Kulturzentrums Spittel in Küttigen, verewigt auf Leinwand.

Bea Bircher lacht, so sei das bei ihr. Sie malt nichts, was sie nicht gesehen hat. «Meine Bilder sind Gefühlsmomente.» Erinnerungen an Erlebtes, manchmal Geträumtes, immer mit der Natur als Grundlage: Das Werk «Berninamassiv» beispielsweise, aufgehängt über der Bündner Holztruhe, gibt es, weil Tochter Felicia den Piz Bernina kürzlich bestiegen hat. Und die «Sternenblüte», das Bild auf der Einladungskarte, ist inspiriert vom Blauzungenlauch, den sie zum Muttertag geschenkt bekommen hat.

Béatrice Bircher mit dem Bild «Berninamassiv»; entstanden, weil Tochter Felicia den Piz Bernina kürzlich bestiegen hat.

Béatrice Bircher mit dem Bild «Berninamassiv»; entstanden, weil Tochter Felicia den Piz Bernina kürzlich bestiegen hat.

Katja Schlegel

Ausstellungspause ja, aber wenig Pause beim Arbeiten

Die Ausstellung von Bea Bircher bekommt damit etwas von einem Album. Ein Album über eine Zeitspanne von rund zwei Jahren, so viel Zeit ist seit ihrer letzten Ausstellung vergangen – und das erstaunt. Genau 89 Objekte sind angeschrieben, Bilder und Kugelobjekte. Das ist beachtlich. «In den letzten zwei Jahren ist halt viel Zeit zum Arbeiten geblieben», sagt Bea Bircher. Klagen aber will sie nicht, im Gegenteil. «Ich habe meinen Garten, mein Atelier und den Wald in der Nähe. Ich habe die auferlegte Langsamkeit nicht als Einschränkung empfunden.»

Trotzdem: Die Freude, nun auf Einladung des Kulturkreises endlich wieder ausstellen zu können, ist gross. Genauso wie die Freude darüber, dass die Ausstellung im Küttiger Spittel stattfindet. Sie mag die Räume, das Licht. Ausserdem ist Küttigen der Heimatort von Bea und ihrem Mann Silvio Bircher (alt National- und Regierungsrat), der Jurasüdhang einer ihrer liebsten Sujets, der Kirchberg ganz besonders.

Und zu guter Letzt ist Bea Birchers langjährige Freundin eine Küttigerin, Lisa Lanicca-Bolliger, inzwischen wohnhaft im Domleschg. «Ihretwegen freue ich mich auf die Finissage mindestens so sehr wie auf die Vernissage», sagt Bea Bircher: Gemeinsam mit Mann, Tochter und Sohn wird Lisa Lanicca-Bolliger an der Finissage singen, und das sei immer ein wunderbares Erlebnis, schwärmt Bea Bircher: «Die vier haben Goldkehlen.»

Hinweis

Vernissage am Freitag, 5. November, 19 Uhr im Spittel Küttigen (mit Gespräch mit Silvio Bircher). Führungen mit Béatrice Bircher jeweils samstags und sonntags um 15 Uhr. Finissage am Sonntag, 21. November, 11 Uhr. Öffnungszeiten: Freitag, 18 bis 21 Uhr, Samstag, 14 bis 17 Uhr, Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.kkkr.ch

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