Mit «Liebe Stadträte» sprach am Samstagnachmittag Regierungsrat Peter C. Beyeler die Küttiger Behördenmitglieder an. Doch nicht ein plötzlicher Einwohnerzuwachs, sondern die Verleihung des Labels «Energiestadt Küttigen» war Grund für diese Beförderung. Beyeler übergab im Schwimmbad, das gleichzeitig Saisoneröffnung feierte, das Zertifikat an Gemeindeammann Dieter Hauser.

90 Massnahmen für die Energie

Seit 2006 hat Küttigen auf diese Zertifizierung hingearbeitet. Knapp 90 Massnahmen in sechs verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude oder Mobilität wurden geprüft und mit einem Energiestadtbegleiter optimiert. Im zweiten Anlauf erreichte Küttigen die Standards zu 52 Prozent. «Dies liegt für eine Erstzertifizierung im Durchschnitt», erklärte Alex Nietlisbach, Mitglied der Labelkommission Energiestadt Schweiz. «Küttigen liegt auf Augenhöhe mit Bern, Zürich oder Aarau.» Weitere Anstrengungen werden folgen, um das Label behalten zu können.

Holzschnitzelheitzung für Dorf

In seiner Ansprache wies Gemeinderat Stephan Bircher auf verschiedene Projekte hin, mit welchen Küttigen seine Energiebilanz optimiert: Mit der Holzschnitzelheizung konnte der Wärmeverbund Dorf gestartet werden und es gibt Verkehrsberuhigungsmassnahmen. Ausserdem soll das neue Unterstufenschulhaus nach Minergie-Eco-Standard gebaut werden.

«Doch nicht das Label stand im Zentrum der Bemühungen», erklärte Stephan Bircher, «sondern das Erreichen eines Bewusstseins für einen effizienten Umgang mit Energie und Umwelt bei Verwaltung und Bevölkerung.» Einen grossen Anteil dazu leisteten die Mitglieder der Energie- und Umweltkommission.

Mehr Sicherheit im Schwimmbad

Die Labelübergabe fand nicht von ungefähr im Schwimmbad Wührimatt statt. Im Rahmen der Sanierung wurde dort unter anderem die Solaranlage erneuert. Bauverwalter David Fiore zeigte auf einem Rundgang alle Neuerungen. Rund 90 Quadratmeter Sonnenkollektoren auf dem Dach des Garderobengebäudes heizen Wasser für Duschen und Becken auf. Die Wasseraufbereitung wurde saniert.

Die Springbucht wird neu durch eine Halbinsel mit Wasserspiel vom Schwimmbereich abgetrennt und die Rutschbahn verfügt über einen sanften so genannten «Sofaauslauf». Der neue Spielplatz wurde zusammen mit dem Elternverein geplant. Einige Badegäste, darunter viele Kinder, vergnügten sich bereits im noch kühlen Wasser und die mutigsten wagten die ersten Sprünge vom ebenfalls neu errichteten Sprungturm.

Nach der Schwimmbadbesichtigung und der Labelübergabe sprachen die Küttiger beim Apéro einem weiteren Energieträger ihres Dorfes zu: dem Hasenberger Wein.